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SCHWARZE LÖCHER
Ein kleines oder keines?

von Stefan Deiters
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23. Juli 2001

Ausgerechnet eine Forschergruppe, deren Namen in der gesamten Astronomiegemeinde mit der Erforschung von supermassereichen Schwarzen Löchern in Verbindung gebracht wird, wagt eine provokante These: Als erste Galaxie überhaupt, könnte M33 kein supermassereiches Schwarzes Loch beherbergen - oder nur ein ganz kleines.

Die Astronomen um David Merritt, Astronomie-Professor an der amerikanischen Rutgers Universität, nutzten Aufnahmen des Hubble Weltraumteleskops um die drei Millionen Lichtjahre entfernte Nachbargalaxie M33 detailliert zu studieren. So waren sie in der Lage Einzelheiten mit etwa zehnmal besserer Auflösung zu erkennen als bisher. Und dieser genaue Blick offenbarte Überraschendes: Wenn es denn in M33 ein supermassereiches Schwarzes Loch gibt, kann es maximal die 3.000fache Masse unserer Sonne habe. Damit wäre es ein wahres Leichtgewicht: Das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße schätzen die Forscher auf die drei Millionenfache Masse unserer Sonne und gehen zudem noch davon aus, dass es eines der kleinsten supermassereichen Schwarzen Löcher ist.

Bislang wurden supermassereiche Schwarze Löcher in jeder Galaxie gefunden, in der Astronomen nach ihnen gesucht haben. Wie sie entstanden sind, ist bis heute nicht ganz klar: Eine Möglichkeit wäre, dass sie sich in der Frühphase des Universums aus riesigen Gaswolken oder durch den Kollaps von gewaltigen Sternhaufen mit einer Unmenge von Sternen gebildet haben. Die Kenntnis über die genaue Masse der Schwarzen Löcher in Galaxienzentren sowie einer eventuellen Untergrenze ist daher wichtig, um Vorgänge von Galaxienentwicklung und Entstehung besser zu verstehen. Ein Schwarzes Loch von nur 3.000 Sonnenmassen fällt da etwas aus dem Rahmen.

"Ein Schwarzes Loch von nur wenigen tausend Sonnenmassen zu entdecken ist von der Beobachtung her sehr schwierig", erläutert Merritt, der eine Forschergruppe leitet, die sich intensiv mit der Theorie von supermassereichen Schwarzen Löchern befasst. "Aber die Entdeckung ist extrem wichtig, um herauszufinden, wie der Zusammenhang zwischen Schwarzem Loch und der jeweiligen Galaxie aussieht und wie sie sich gegenseitig bei Entstehung und Entwicklung beeinflussen."

Astronomen schließen auf die Existenz von supermassereichen Schwarzen Löchern im Zentrum von Galaxien durch die Beobachtung der Bewegung von Sternen in der Galaxie. Das Team in Rutgers hofft nun, mit Hilfe weiterer Hubble-Beobachtungen die Frage klären zu können, ob sich in M33 tatsächlich das kleinste bislang entdeckte supermassereiche Schwarze Loch verbirgt oder vielleicht gar keins. Forscher unterscheiden zwischen supermassereichen Schwarzen Löchern, deren Masse bis zum Milliardenfachen der Masse unserer Sonne reichen kann und stellaren Schwarzen Löchern, die ein Produkt der Sternentwicklung sind und nur eine Masse von wenigen Sonnenmassen haben.

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