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HUBBLE
Ein detaillierter Blick auf Stephans Quintett
von Stefan Deiters
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20. Juli 2001

Zerstörung und Geburt liegen im All oft dicht beieinander: Zu sehen ist dies eindrucksvoll in Stephans Quintett, einer Galaxiengruppe in 270 Millionen Lichtjahren Entfernung. Durch eine gewaltige Kollision wurden Sterne und Gas ins All geschleudert, es entstanden aber auch mehr als 100 neue Sternhaufen und Zwerggalaxien. Ähnliches könnte sich in der Frühphase des Universums abgespielt haben.

Stephans Quintett
Hubble-Aufnahme eines Teilbereichs von Stephans Quintett. Foto: NASA, Jayanne English (University of Manitoba), Sally Hunsberger (PSU), Zolt Levay (STScI), Sarah Gallagher (PSU) und Jane Charlton (PSU)
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"Die Bedeutung von Stephans Quintett liegt darin, dass es sich um ein lokales Beispiel für Vorgänge handelt, die typischerweise in der Frühphase des Kosmos stattfanden als Kollisionen zwischen Galaxien viel häufiger waren als heute", erläutert Sarah Gallagher von der Pennsylvania State University die Hubble-Bilder. "Vielleicht gelingt es uns in anderen Galaxiengruppen, die Gegenstücke zu den jungen Haufen aufzuspüren, die wir im Quintett beobachten." Durch das hohe Auflösungsvermögen des Weltraumteleskops war es Gallagher und ihren Kollegen gelungen, das Alter der Sternhaufen in der Galaxiengruppe zu bestimmen und so mehr über die turbulente Geschichte der Galaxiengruppe zu erfahren, deren Mitglieder alle durch ihre Anziehungskraft aneinander gebunden sind.

"Durch die Analyse der Farben der Sternhaufen konnten wir verschiedene Epochen von Sternentstehung unterscheiden, die auch unterschiedliche Ereignisse in der dynamischen Entwicklung der Galaxiengruppe widerspiegeln. Wenn ein Sternhaufen älter wird verlöschen die hellen blauen Sterne zuerst und der Haufen wird dadurch röter. Daher gilt: Je röter ein Sternhaufen ist, desto älter ist er." Die Forscher fanden drei Regionen intensiver Sternentstehung, die vermutlich mit zwei verschiedenen Kollisionen in Zusammenhang stehen: Das sind zum einen die Spiralarme und Ausläufer von NGC 7319 (nahe Bildmitte), die Überreste der Galaxien NGC 7318B und NGC 7318A (oben rechts) sowie das Gebiet oben links, das die Astronomen als nördliche Starburst-Region bezeichnen.

Die Sternhaufen in dieses Gebieten haben ein Alter zwischen zwei Millionen und mehr als einer Milliarde Jahren, was auf eine sehr turbulente Geschichte hindeutet. Bei der Analyse der Beobachtungen erlebten die Astronomen so manche Überraschung: Obwohl die letzte Kollision der Galaxien schon etwa 20 Millionen Jahre zurückliegt, sind noch vor zwei Millionen Jahren neue Sternhaufen entstanden. Eine mögliche Erklärung für diese jungen Haufen wäre, dass durch den Tod von massereichen Sternen in älteren Haufen eine neue Sternentstehungsphase angestoßen wurde.

Die Forscher fanden außerdem sieben Millionen Jahre alte Haufen, die über zwei Regionen verteilt waren, die immerhin einen Bereich von 150.000 Lichtjahren umfassen. "Wir können noch nicht verstehen, wie Sternentstehung in einer so großen Region quasi gleichzeitig angestoßen werden konnte", so Gallagher. An einer zweite Kollision, die für Sternentstehung sorgte, war die Galaxie NGC 7320C beteiligt, die nicht mehr zur Galaxiengruppe gehört. Dieses Ereignis sorgte für den 100.000 Lichtjahre langen Schweif, der von NGC 7319 ausgeht.

Zwischen all den Sternhaufen finden sich eine Reihe von Zwerggalaxien - allein 15 könnten es in dem langen Schweif von NGC 7319 sein. Stephans Quintett wurde erstmals von Edouard M. Stephan im Jahr 1877 beobachtet und war die erste kompakte Gruppe von Galaxien, die man entdeckt hat. Die Hubble-Bilder entstanden am 30. Dezember 1998 und am 17. Juni 1999.  

Links im WWW
STScI, Space Telescope Science Institute
Original Fotos und Pressemitteilung des STScI

die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
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