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SUBARU
Sieben entfernte Supernovae entdeckt
von Stefan Deiters
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19. Juli 2001

Mit Hilfe des japanischen Subaru-Teleskops auf Hawaii hat eine Gruppe Astronomen sieben neue Supernovae entdeckt, deren Helligkeit mindestens fünf Millionen Mal geringer ist als die von Objekten, die man gerade noch mit bloßem Auge erkennen kann. Das liegt allerdings hauptsächlich an ihrer großen Entfernung.

SN2001cv
Entdeckungsbild der Supernova SN2001cv. Ein Referenzbild dazu in der Großansicht. Foto: Subaru Telescope / NAOJ
 Großansicht 
Supernova-Explosionen gehören mit zu den hellsten Ereignissen im Universum. Während kurzer Zeit erreichen diese Sternenexplosionen eine Leuchtkraft, die oft dem Milliardenfachen der Leuchtkraft unserer Sonne entspricht. Das macht sie zu idealen Objekten für Entfernungsmessungen im Kosmos - Astronomen sprechen hier von Standardkerzen: Kennt man die absolute Helligkeit eines Objektes, kann man die Entfernung zu diesem Objekt genau bestimmen. Weit entfernte Supernova-Explosionen bieten also eine Möglichkeit, die Struktur und Entwicklung des Universums zu studieren.

Doch leider gibt es einen Haken: Supernovae ereignen sich extrem selten und leuchten dann nur für wenige Wochen. So gibt es in unserer Milchstraße nur ein bis zwei Supernova-Explosionen in jedem Jahrhundert. Daher muss man, um in relativ kurzer Zeit eine Supernova aufzuspüren, relativ viele Galaxien gleichzeitig beobachten. Und genau das taten die Forscher mit dem Subaru-Teleskop auf Hawaii: Sie nutzten die Leistungsfähigkeit dieses 8,2 Meter Teleskops um in einer Nacht eine Himmelregion zu beobachten, die mehrere tausend lichtschwache und weit entfernte Galaxien enthielt. Einen Monat später machten sie dann eine identische Aufnahme um zu vergleichen, ob in einer der entfernten Galaxien inzwischen eine Supernova explodiert war.

Tatsächlich fanden die Astronomen auf diese Weise 23 Kandidaten. Von den acht ersten konnten sie einige Tage später Spektren aufnehmen. Sieben der Kandidaten stellten sich so tatsächlich als Supernova heraus. Sie hatten zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung eine Helligkeit zwischen 22,8 und 24,3 Magnituden und waren bis zu acht Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Forscher unterscheiden verschiedenen Typen von Supernova-Explosionen. Für kosmologische Studien eignen sich am besten Supernovae vom Typ Ia, die zu den hellsten gehören und auch eine recht einheitliche Maximalhelligkeit aufzuweisen scheinen. Letzteres ist wichtig, wenn man mit ihrer Hilfe Entfernungen messen will. Sechs der sieben entdeckten Supernovae waren vom Typ Ia.

Supernovae vom Typ Ia haben nach Ansicht der Astronomen ihren Ausgangspunkt in einem Doppelsternsystem. Dabei sammelt ein ausgebrannter Sternenrest, ein Weißer Zwerg, Material von einem nahen massereicheren Begleitstern auf. Irgendwann hat der Weiße Zwergstern so viel Material aufgesammelt, dass er instabil wird und sich sein nukleares Feuer in einer gewaltigen Explosion ein letztes Mal entzündet.

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