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STERNE
Neuer Nachbar der Sonne entdeckt

von Stefan Deiters
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18. Juli 2001

Eine Gruppe deutscher Astronomen hat in der Nähe unserer Sonne einen bislang unentdeckten Stern aufgespürt. Bei LHS 2090 handelt es sich um einen roten Zwergstern, also eine leuchtschwache Sonne, der nur knapp 20 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Forscher schätzen, dass in einem Umkreis von 30 Lichtjahren noch rund 30 Prozent der Sterne unentdeckt sind. 

LHS 2090
Änderung der Position von Stern LHS 2090 (Pfeil). Foto: AIP/Palomar Schmidt Teleskop

Sterne in der Umgebung unserer Sonne sind naturgemäß von besonderem Interesse. Da ist es schon überraschend, dass Astronomen davon ausgehen, dass gut ein Drittel der sonnennahen Sterne noch unentdeckt sind. Die Zahl der registrierten Sternsysteme, also die der Einzelsterne, Doppelsterne und Mehrfachsternsysteme, bis in eine Entfernung von 33 Lichtjahren beträgt 227, die Dunkelziffer etwa 130 Systeme. Nicht erfasst sind dabei die möglicherweise noch zusätzlich vorhandenen Braunen Zwerge.

Zum Aufspüren von LHS 2090 nutzen Dr. Ralf-Dieter Scholz vom Astrophysikalischen Institut in Potsdam und seine Kollegen in Tautenburg und Heidelberg ältere Sternenkataloge von so genannten Schnellläufern und kombinierten die Informationen mit neuen Daten von Himmelsdurchmusterungen im infraroten Bereich des Lichtes. Schnellläufer nennen die Astronomen Sterne, deren Position am Himmel sich relativ schnell ändert, die also eine große Eigenbewegung haben. Dies deutet entweder darauf hin, dass die Sterne sich tatsächlich sehr schnell relativ zur Sonne bewegen oder aber der Sonne sehr nahe sind.

Zwergsterne sind oft so leuchtschwach, dass sie auch in großer Nähe nur schwer im normalen Bereich des Lichtes aufgespürt werden können. So ist beispielsweise der rote Zwergstern Proxima Centauri in nur 4,3 Lichtjahren Entfernung mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Im Infrarot-Bereich sind die Zwergsterne hingegen deutlich auszumachen. Die geringe Entfernung von LHS 2090 wurde inzwischen durch die Aufnahme eines Spektrums am deutsch-spanischen Observatorium auf dem Calar Alto bestätigt. Die Forscher hoffen jetzt, dass mit Hilfe dieser nunmehr erfolgreich angewandeten Kombination von älteren Daten über Schnellläufer und neuen Infrarot-Katalogen noch eine Menge weiterer bislang unbekannter roter Zwergsterne aufgespürt werden können.

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