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SOLAR ORBITER
Nächste europäische Sonnenmission spätestens 2010
von Stefan Deiters
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27. Juni 2001

Die nächste Mission der europäischen Weltraumagentur ESA zur Sonne soll spätestens 2010 starten. Das ist das Hauptergebnis einer Konferenz auf Teneriffa im vergangenen Monat, auf der die geplanten Ziele des Quasi-Nachfolgers von Ulysses und SOHO diskutiert wurden. Ursprünglich war der Start des Solar Orbiter erst für 2012 geplant.

Solar Orbiter
Solar Orbiter. Darstellung: ESA

Die Solar Orbiter Mission war im Oktober letzten Jahres von der ESA offiziell beschlossen worden und so war das Treffen auf den Kanarischen Inseln die erste Gelegenheit für die Wissenschaftsgemeinde, die Ziele des Projektes zu diskutieren. Wichtigstes Ergebnis dabei war, dass man den Solar Orbiter nun spätestens im Jahr 2010 starten will und nicht, wie bislang geplant, 2012. Durch den früheren Start sind bei der Entwicklung Synergie-Effekte mit Bepi Colombo, der Merkurmission der ESA, möglich, die 2009 starten soll, sowie mit Sonnenmission anderer Weltraumorganisationen.

Der Solar Orbiter soll sich der Sonne auf 20 Prozent der Sonne-Erdentfernung nähern, was aus wissenschaftlicher Sicht interessante Möglichkeiten eröffnet, aber auch eine technologische Herausforderung darstellt. Hauptziel der Mission wird es sein, das so genannte Weltraumwetter zu untersuchen, also den Einfluss des Sonnenwindes, der auf der Erde für beträchtliche Störungen sorgen kann. "Wenn man die Sonne wirklich verstehen will, muss man Instrumente zur Verfügung haben, die gleichzeitig beobachten, aber auch quasi fühlen können, was zu diesem Zeitpunkt ausströmt," erläutert Richard Harrison vom englischen Rutherford Appleton Laboratory.

Somit wird es sich beim Solar Orbiter um eine Kombination des Sonnenobservatoriums SOHO und der Sonnensonde Ulysses handeln: Wie SOHO soll die Sonde Bilder von der Sonne machen und wie Ulysses Proben aus der Umgebung der Sonne untersuchen. So soll es möglich werden, Ereignisse in der Korona der Sonne direkt mit dem Weltraumwetter auf der Erde in Verbindung zu bringen. Strukturen in der Sonnenkorona wird der Solar Orbiter bis zu einer Größe von minimal 35 Kilometern auflösen können.

Durch mehrere dichte Vorüberflüge an der Venus wird die Sonde in einen Orbit gelangen, der sie alle 150 Tage einmal um unseren Zentralstern führt. Dabei wird sie die Polarregionen der Sonne überfliegen, aber auch andere Bereiche untersuchen können. Die größte Herausforderung für die Konstrukteure wird es sein, die Sonde vor den hohen Temperaturen und der extremen Sonnenstrahlung zu schützen. 25mal mehr Sonnenlicht wird im Vergleich zu einer Sonde im Erdorbit auf die Instrumente des Solar Orbiter fallen.

Doch dies ist nicht die einzige Herausforderung: So sind erhebliche Anstrengungen nötig, um die Sonde überhaupt in den gewünschten Orbit um die Sonne zu bringen. Das soll mit Hilfe von dichten Vorüberflügen an der Venus und eines neuen solar-elektrischen Antriebs geschehen, der gerade für die Merkur-Mission der ESA entwickelt wird. Und es gibt noch eine Herausforderung: Der Solar Orbiter hat als so genannte Flexi-Mission ein festes finanzielles Budget von 200 Millionen Euro.

Links im WWW
Wissenschaftsseiten des ESA
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