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JUPITERMOND EUROPA
Noch Leben im Ozean unter dem Eis?
von Stefan Deiters
astronews.com
15. Juni 2001

Kann es in Regionen Leben geben, in die nie ein Sonnenstrahl fällt? Die Antwort auf diese Frage hat unmittelbar mit der Möglichkeit der Existenz von Leben in den unterirdischen Ozeanen zu tun, die man beispielsweise auf dem Jupitermond Europa vermutet. Die Untersuchung zweier amerikanischer Forscher, die das Wissenschaftsmagazin Science heute veröffentlicht, kommt zu dem Schluss, dass in der Dunkelheit Leben theoretisch auch heute noch möglich wäre.  

Jupitermond Europa
Gibt es noch heute Leben unter Europas Eiskruste? Foto: NASA/JPL/NSSDC

"Das meiste Leben auf der Erde hängt stark von der Photosynthese ab", erläutert Christopher Chyba vom SETI-Institut. "Das erste Glied der Nahrungskette ist die Umwandlung von Sonnenlicht in chemisch gespeicherte Energie durch Chlorophyll. Aber auf Europa wird der riesige Ozean durch große Schichten von Eis verdeckt, so dass Photosynthese nicht funktionieren kann. Dafür könnte es allerdings andere Wege geben, um einfaches Leben in der dunklen Ozean zu ermöglichen."

Die Raumsonde Galileo fand während ihrer Erkundungen im Jupitersystem deutliche Hinweise für einen Ozean unter der eisigen Oberfläche des Mondes Europa (astronews.com berichtete), aber auch für verborgene Meere auf Kallisto und Ganymed. Wasser, der Grundstoff allen Lebens, sollte also vorhanden sein, doch ist noch eine zusätzliche Energiequelle nötig. Chyba und sein Kollege Kevin Hand von der Stanford Universität haben dafür eine interessante Möglichkeit gefunden: Im Erdozean wird Energie durch bestimmte Reaktionen frei, bei denen beispielsweise Kohlenstoff und Sauerstoff eine Verbindung eingehen. Ein wichtiges Hilfsmittel für diese Reaktion ist molekularer Sauerstoff - ein Produkt der Photosynthese. Bei den Jupitermonden könnte dieser molekulare Sauerstoff aber durch das Bombardement der Eisschicht mit Partikeln entstehen, die in Jupiters Magnetosphäre beschleunigt worden sind. Auf diese Weise könnte molekularer Sauerstoff oder etwas Wasserstoffperoxid in den dunklen Ozean gelangen.

"Wie können uns zwar zur Zeit nicht sicher sein, ob die Stoffe es tatsächlich in das Wasser schaffen - selbst wenn man recht lange wartet", so Chyba. "Aber sollten sie es nicht schaffen, wären da noch andere Methoden, um molekularen Sauerstoff zu erzeugen." Ein Weg wären beispielsweise Zerfallsprodukte von radioaktiven Stoffen, die im Eis und im Wasser vorhanden sein könnten. "Wir wissen zwar nicht, ob Leben in den Ozeanen dieser Monde existiert", betont Chyba, "aber was wir sagen können ist, dass wenn die Ozeane da sind, dann sehr wahrscheinlich auch die Zutaten da sind, die die nötige Energie für Leben liefern könnten."

Links im WWW
Galileo, Projekthomepage am JPL
 
siehe auch

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Mond Europa: Traum aller Blondinen - 26. März 1999
AstroLinks: Jupiter

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