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MARS EXPRESS
Dem Geheimnis von Phobos auf der Spur

von Stefan Deiters
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8. Juni 2001

Wenn die europäischen Marssonde Mars Express Ende 2003 den roten Planeten erreicht, erhoffen sich die Wissenschaftler auch neue Erkenntnisse über den mysteriösen Marsmond Phobos, den die Sonde während ihrer Mission viele hundert Male passieren wird. Vielleicht kann dann die Frage beantwortet werden, wie der Felsbrocken im Marsorbit überhaupt entstanden ist.

Phobos
Viking-Aufnahme des Mondes Phobos. Foto: NASA/MSSS

Während der auf zwei Jahre angelegten Mission der Sonde Mars Express wird das kleine Raumschiff mehrere hundert Mal den Mond Phobos passieren, der mit seinem Durchmesser von nur 22 Kilometern in einer Höhe von  5.980 Kilometer um den roten Planeten kreist. Dabei wird die Sonde dem Trabanten so nahe kommen, dass deutlich detailliertere Untersuchungen möglich sein werden, als sie etwa von der Viking-Sonde gemacht werden konnten. Von Entfernungen ab 3.000 Kilometern kann Mars Express mit der High Resulution Stereo Camera  Aufnahmen machen, ab 1.000 Kilometern kann das Infrared and Visible Mapping Spektrometer zum Einsatz kommen, mit dem die Mineralien auf der Mondoberfläche untersucht werden können. Aus noch größerer Nähe werden darüber hinaus das Planetary Fourier Spectrometer und das Sub-surface Sounding Radar/Altimeter angeschaltet. Außerdem wird der Energetic Neutral Atoms Analyser die Umgebung des Mondes bei jedem Vorüberflug studieren.

"Mars Express wird uns die erste Gesamtkarte von Phobos liefern", erklärt Agustin Chicarro, Projektwissenschaftler für die Mission bei der ESA. "Das ist besonders deswegen wichtig, weil wir bisher nur eine Seite des Mondes genauer kennen. Dank der Sonde bekommen wir nun einen kompletten Einblick in die Topografie, die Beschaffenheit unter der Oberfläche sowie seine Zusammensetzung." Die Forscher hoffen auf diese Weise auch hinter das größte Geheimnis zu kommen, nämlich wie der Mond eigentlich entstanden ist.

Eine Erklärung für die Entstehung des kleinen Mondes, der noch nicht einmal die zweifache Dichte von Wasser hat, ist, dass es sich bei ihm - und dem anderen Marsmond Deimos - um eingefangene Asteroiden handelt. Die bisher vorliegenden Daten unterstützen diese These. "Grundsätzlich sieht Phobos aus wie einer der inneren Asteroiden", erklärt Jean-Pierre Bibring, der für einige der Geräte an Bord der Sonde verantwortlich ist. "Wir wissen aber nicht, ob Phobos noch in seinem ursprünglichen Zustand ist oder er noch Veränderungen unterworfen war." Die Daten von Mars Express könnten hier wichtige Informationen liefern.

Es gibt aber auch andere Theorien für die Entstehung der Monde um den Mars: So könnten sie aus Material entstanden sein, welches bei Asteroideneinschlägen von der Marsoberfläche in den Orbit geschleudert wurde. Ein weiteres Rätsel um Phobos betrifft tiefe Risse auf dem Mond. Manche Forscher halten sie für die Folgen von Einschlägen von Material das bei gewaltigen Asteroideneinschlägen auf den Mars ins All geschleudert wurde. Theoretische Berechnungen scheinen diese These zu bestätigen. 

Die Sonde Mars Express der ESA soll im Juni 2003 vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus starten.

Links im WWW
Mars Express
siehe auch
Mission Mars - Die Erforschung des roten Planeten
AstroLinks: Mars
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