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CHANDRA
Junge Sterne "baden" in heißem Gas
von Stefan Deiters
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7. Juni 2001

In der Nähe des dichten Zentrums unserer Milchstraße haben Astronomen mit Hilfe des US-Röntgenteleskop Chandra ein neues Phänomen ausgemacht: Sie fanden hier junge Sterne, die in 60 Millionen Grad heißes Gas eingebettet sind. Der Fund unterstützt theoretische Vorhersagen über die Auswirkungen von stellaren Winden, die von jungen und massereichen Sternen ausgehen. 

Arches-Sternhaufen
Der Röntgenhalo (blau) um Sterne des Arches-Sternhaufen. Die Aufnahme ist einer Hubble-Infrarot-Aufnahme überlagert, auf der einzelne Sterne als Punkte zu sehen sind (kleines Bild). Das große Bild zeigt die eindrucksvolle Filamentstruktur die im Radiobereich zu erkennen ist. Foto: NASA, CXC, Northwestern, F. Zadeh et al. (Röntgenbild), NASA, HST/NICMOS (IR)  
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Ziel der Beobachtungen der Astronomen war der Arches-Sternhaufen, der etwa 25.000 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt und nur ein bis zwei Millionen Jahre alt ist. Er liegt zudem nicht einmal 100 Lichtjahre vom galaktischen Zentrum entfernt, in dem die Forscher ein gewaltiges Schwarzes Loch vermuten. Im Arches-Sternhaufen befinden sich 150 junge und sehr heiße Sterne, sogenannte O-Sterne, die alle in einem Bereich von nur einem Lichtjahr zu finden sind. 

Von besonderem Interesse bei den den Chandra-Beobachtungen war das Gas im Arches-Sternhaufen.

"Zum ersten Mal konnten wir einen jungen Haufen von Sternen eingebettet in einen Halo aus hochenergetischer Röntgenstrahlung erkennen", erläutert Professor Farhad Zadeh von der Northwestern University. "Dieses unterstützt theoretische Vorhersagen, dass stellare Winde von diesen massereichen Sternen zusammenstoßen können und so sehr heißes Gas entsteht." Diese Erkenntnis ist vor allem deswegen interessant, weil auf diese Weise Röntgenstrahlung zu entstehen scheint, die ähnlich energiereich ist wie die aus entfernten sogenannten Starburst-Galaxien, die gerade eine heftige Sternentstehungsphase durchlaufen. 

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Die Dichte der Sterne im Arches-Haufen könnte ihn zu einem guten Beispiel dafür machen, was sich gerade in diesen Starburst-Galaxien ereignet. "Es ist einer der besten lokalen Analogien für eine Starburst-Galaxie", so Casey Law vom Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik. "Nur ist der Arches-Sternhaufen quasi in unserem Garten und nicht Millionen von Lichtjahren entfernt." In Starburst-Galaxien entstehen riesige Blasen aus heißem Gas, die aus der Galaxie entkommen können. Die Chandra-Beobachtungen könnten nun Hinweise darauf geben, woher die großen Gaswolken im Zentrum unserer Milchstraße stammen, die man dort gefunden hat.

"Unsere Daten sprechen dafür, dass das Gas im Arches-Sternhaufen so heiß wird, dass es aus dem Haufen entkommen kann", erläutert Cornelia Lang von der Universität in Massachusetts. "Daher könnten der Arches-Sternhaufen und andere ähnliche Haufen für das mysteriöse Gas verantwortlich sein, das in der Nähe der Milchstraße gefunden wurde." Zadeh und sein Team wollen nun auch nach Röntgenstrahlung von anderen Sternhaufen suchen und diese mit neueren und längeren Chandra-Aufnahmen vergleichen. 

Links im WWW
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