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SATURN
Woraus besteht Titan wirklich?
von Stefan Deiters
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17. Mai 2001

2004 wird man über den mysteriösen Saturnmond Titan deutlich mehr wissen. Dann soll nämlich die europäische Sonde Huygens den Trabanten des Ringplaneten erkunden. Bis dahin müssen sich die Forscher mit Informationen begnügen, die von der Erde aus zugänglich sind. Eine gewisse Vorstellung von dem, was Huygens erwartet, haben sie dadurch schon.

Saturnmond Titan
So erscheint der Saturnmond Titan im Wellenlängenbereich von 1,3 Micron.  Foto: CFHT/ Paris-Meudon Observatory

Der planetengroße Mond Titan hat die Forscher schon seit langem fasziniert. Hier könnte es, so glauben manche, am ehesten primitives Leben geben oder zumindest die Grundlagen dafür. Viele glauben nämlich, dass der Saturntrabant in gewisser Weise der frühen Erde ähnelt.

Die Hauptbestandteile der Titan-Atmosphäre sind Stickstoff und Methan. Beide Gase werden aber ständig von der ultravioletten Strahlung, von hochenergetischen Elektronen aus der Saturnmagnetosphäre oder durch kosmische Strahlung zerstört. Die Bruchstücke tun sich dann zu neuen, komplexeren Verbindungen zusammen. So könnten organische Stoffe entstehen, die auf die Oberfläche des Mondes hinabregnen.

Bis vor kurzem glaubte man daher, dass die Titanoberfläche aus großen Seen besteht und auch das verbleibende Land von komplexen organischen Ablagerungen überzogen ist. Jüngste Beobachtungen mit Teleskopen haben allerdings die Diskussion um die Beschaffenheit der Titanoberfläche neu entfacht. So beobachteten Astronomen die Oberfläche des Trabanten mit Hilfe des Canada-France-Hawaii-Telescopes. Dies war möglich, da die Forscher einen engen Wellenlängenbereich nutzen konnten, in dem Methan so gut wie keine Photonen absorbiert. Man spricht daher auch von einem "Methan-Fenster". astronews.com berichtete über diese Beobachtungen im August 2000. Auf den Bildern ist ein heller Bereich auszumachen, der nach Ansicht der beteiligten Forscher auf organische Ablagerungen und Eis auf der Oberfläche hindeuten könnte. 

Eine weitere Frage, die die Wissenschaftler bewegt, ist, ob es in der Titan-Atmosphäre Blitze gibt. Viele Forscher halten dies für recht wahrscheinlich und die Huygens-Sonde der ESA wurde extra so konstruiert und auch entsprechend getestet, dass sie Blitzschläge während des Fluges durch die Atmosphäre überstehen kann. Unter anderem am Institut für Geophysik und Meteorologie der Universität Köln arbeitet man derzeit an Modellen, wie es zu Aufladungen in der Titan-Atmosphäre kommen kann, um so die Auswirkungen auf die Sonde besser abschätzen zu können.

Andere Forscher befassen sich mit der Zusammensetzung der Atmosphäre aus einem ganz anderen Grund: Könnten die dort enthaltenen kleinsten Partikel vielleicht die Detektoren mit einem Film überziehen, der weitere Beobachtungen behindern würde? Dr. Vladimir Dimitrov von der Universität von Tel Aviv glaubt hier Entwarnung geben zu können: Nach seinen Modellen sind die Umweltbedingungen in der Atmosphäre des fernen Mondes für Huygens günstig: Die Staubpartikel sollten die Detektoren nicht verkleben.

Doch trotz aller Fortschritte in irdischen Laboratorien und trotz leistungsfähiger Teleskope werden sich die Titan-Forscher gedulden müssen, bis sie sicher wissen, wie es auf dem Saturnmond aussieht: Huygens hat gerade - sicher an der Saturnsonde Cassini befestigt - den Jupiter passiert. Den Saturn wird das Sondenduo erst 2004 erreichen.

Links im WWW
Cassini, Projekthomepage am JPL
siehe auch
Saturn: Die Oberfläche von Titan - 11. August 2000
Keck: Bester Blick auf Neptun und Titan
- 21. Januar 2000
AstroLinks: Saturn
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