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RADIOTELESKOPE
Blick durch die Wolkendecke der Venus 
von Stefan Deiters
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11. Mai 2001

Gemeinsam geht es oft besser. Das gilt auch für Radioteleskope wie das neue Robert C. Byrd Green Bank Telescope. Zusammen mit dem modernisierten Teleskop in Arecibo machte es eindrucksvolle Radarbilder der Venus und untersuchte einen nur 150 Meter großen erdnahen Asteroiden, auf dem Strukturen bis zu einer Größe von 15 Metern auszumachen waren. 

Venus
Eines der neuen Radarbilder der Venus. Foto: Campbell et al., NRAO, NAIC.

"Diese Bilder sind die ersten von einer ganzen Reihe von Aufnahmen, die wir uns von dem neuen Robert C. Byrd Green Bank Telescope in Zukunft erwarten. Ein toller Start für die wissenschaftliche Arbeit", freute sich Paul Vanden Bout, Direktor des National Radio Astronomy Observatory (NRAO) in Charlottesville, Virginia. Es waren die ersten wissenschaftlichen Beobachtungen mit dem neuen 100 Meter-Radioteleskop, das im August letzten Jahres eingeweiht wurde und derzeit für den wissenschaftlichen Routinebetrieb vorbereitet wird. Es ist das größte vollbewegliche Teleskop der Welt. Das 305 Meter Arecibo Teleskop wurde unlängst aufwendig modernisiert und erhielt dabei unter anderem einen Radartransmitter für Planetenbeobachtungen. Das Arecibo-Teleskop ist das größte Teleskop der Welt.

Durch die Kombination dieser beiden Super-Teleskope ergeben sich eindrucksvolle Möglichkeiten für Beobachtungen im Radarbereich. Das zeigt sich schon mit den jetzt veröffentlichten Bildern: Für das menschliche Auge liegt die Oberfläche der Venus verborgen unter einer dichten Wolkendecke. Durch die beiden Teleskope ist nun ein eindrucksvoller Blick auf die Oberfläche der Venus möglich, auf der Strukturen zu erkennen sind, die einen Durchmesser von nur einem Kilometer haben. Das ungleiche Teleskop-Paar nahm auch den Asteroiden 2001 EC16 unter die Lupe, der Ende März in nur achtfacher Mondentfernung an der Erde vorüberzog. Auf dem nur 150 Meter großen Felsbrocken konnte man Details bis zu einer Größe von 15 Metern ausmachen und deutlich erkennen, dass sich das unregelmäßig geformte Objekt etwa alle 200 Stunden um sich selbst dreht - eine extrem niedrige Rotationsgeschwindigkeit.

Durch die neuen Beobachtungsmöglichkeiten hoffen die beteiligten Astronomen auf deutliche Fortschritte bei der Erkundung unseres Sonnensystems: "Mit dem neuen Green Bank Telescope  ist es möglich, die Radarechos von kleinen erdnahen Asteroiden zu empfangen aber auch von entfernten Objekten wie etwa dem Saturnmond Titan", so Professor Donald Campbell von der Cornell Universität. "Das Instrument wird ein wahrer Segen für Radarbeobachtungen im Sonnensystem sein."

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