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EROS
Oberfläche von Einschlägen geformt
von Stefan Deiters
astronews.com
23. April 2001

In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science stellen Forscher die Ergebnisse von Messungen vor, die die kleine Sonde NEAR Shoemaker während dichter Überflüge über den Asteroiden 433 Eros im Oktober letzten Jahres gemacht hat. Die Mehrzahl der Strukturen auf der Oberfläche scheinen danach von Einschlägen herzurühren und nicht von internen Prozessen. 


Die Sonde NEAR Shoemaker. Bild:  Johns Hopkins Universität/APL

"Wir glauben, dass Einschläge den mit Abstand wichtigsten Beitrag zur Formung der Oberfläche des Asteroiden Eros darstellen", so NEAR Projekt-Wissenschaftler Dr. Andrew Cheng vom Apllied Physics Laboratory der Johns Hopkins Universität, das die NEAR-Mission für die NASA durchgeführt hat. "Wir konnten auf der Oberfläche Details wie Staub und Trümmer, Krater und Felder von kleinen Felsen in unglaublicher Qualität erkennen. Wir haben auch Dinge gesehen, die uns eher verwirrt haben, aber trotzdem haben wir jetzt einen deutlich besseren Eindruck von Eros, der uns helfen wird hinter die Geschichte des Asteroiden zu kommen."

Während der dichten Überflüge über den Asteroiden im Oktober konnten die Instrumente der Sonde in einem schmalen Streifen auf dem fernen Felsbrocken alle Gegenstände bis etwa zur Größe einer Hundehütte ausmachen. Damit erreichten die Bilder eine drei bis viermal bessere Qualität als zuvor gemachte Aufnahmen. Auf den Bildern war eine große Anzahl von kleinen Felsbrocken zu erkennen, viele große Krater, aber deutlich weniger kleine Krater. Die großen Krater haben eine Durchmesser von 500 bis 1.000 Metern. Die Felder von Felsbrocken könnten die Überbleibsel eines größeren Projektils gewesen sein, dass den Asteroiden getroffen hat. 

Die ungewöhnlich geringe Zahl kleiner Krater könnte sich, so die Forscher, durch bislang unbekannte Prozesse erklären lassen: "Vielleicht so etwas wie seismisches Wackeln, was auf einem so kleinen Objekt wie Eros möglich wäre", so Dr. Jospeh Veverka von der Cornell University, der das Kamerateam der Sonde leitete. "Aber es kämen auch andere Prozesse in Frage, um die kleinen Krater verschwinden zu lassen." So hätte sich beispielsweise eine beträchtliche Staub- und Geröllschicht durch die Einschläge auf Eros angesammelt, die eventuell die kleineren Krater einfach mit der Zeit verdeckt hat. "Manche Regionen von Eros könnten so hoch mit diesem Material verdeckt sein, dass man ein zehnstöckiges Haus darin verstecken könnte."  

Die Aufnahmen zeigten außerdem, dass die Ablagerungen auf den Böden der Krater erstaunlich eben sind und es somit Prozesse geben muss, die dazu führen, dass sich feineres Material in Senken und Kraterböden sammelt. Ein Professor der Cornell Universität hatte dafür kürzlich eine statische Ladung des Staubs verantwortlich gemacht (astronews.com berichtete), was auch interessante Auswirkungen für gewisse Oberflächenstrukturen auf dem Erdmond haben könnte.

Links im WWW
Near Earth Asteroid Rendezvous (NEAR), Missionshomepage
siehe auch
Eros: NEAR-Bilder beleben alte Staubtheorie - 10. April 2001
NEAR: Die Mission geht weiter
- 15. Februar 2001
NEAR: Geglückte Landung auf Eros
- 13. Februar 2001
NEAR: Details von Eros Enden
- 25. Januar 2001
NEAR: Die letzten Wochen beginnen
- 15. Dezember 2000
NEAR: Der Film zum Flug über Eros
- 15. November 2000
NEAR: Gefährlicher Flug über Eros
- 25. Oktober 2000
Eros: Eine Probe vom Anfang des Sonnensystems
- 22. September 2000
NEAR. Abstand zu Eros weiter verringert
- 9. Juli 2000
NEAR: Probleme mit einem Instrument
- 8. Juni 2000
NEAR: Noch dichter an Eros
- 13. April 2000
NEAR: Ehrung für Gene Shoemaker - 18. März 2000
NEAR: Eros ist mehr als ein Fels im All
- 18. Februar 2000
NEAR: Im Orbit um Eros
- 15. Februar 2000
NEAR: Trotz Problems weiter auf Kurs
- 4. Februar 2000 
NEAR: Eros fest im Blick
- 20. Januar 2000 
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