"Wir glauben, dass Einschläge den mit Abstand wichtigsten Beitrag
zur Formung der Oberfläche des Asteroiden Eros darstellen", so NEAR
Projekt-Wissenschaftler Dr. Andrew Cheng vom Apllied Physics Laboratory
der Johns Hopkins Universität, das die NEAR-Mission für die NASA
durchgeführt hat. "Wir konnten auf der Oberfläche Details wie Staub
und Trümmer, Krater und Felder von kleinen Felsen in unglaublicher
Qualität erkennen. Wir haben auch Dinge gesehen, die uns eher verwirrt
haben, aber trotzdem haben wir jetzt einen deutlich besseren Eindruck von
Eros, der uns helfen wird hinter die Geschichte des Asteroiden zu
kommen."
Während der dichten Überflüge über den Asteroiden im Oktober
konnten die Instrumente der Sonde in einem schmalen Streifen auf dem
fernen Felsbrocken alle Gegenstände bis etwa zur Größe einer
Hundehütte ausmachen. Damit erreichten die Bilder eine drei bis viermal
bessere Qualität als zuvor gemachte Aufnahmen. Auf den Bildern war eine
große Anzahl von kleinen Felsbrocken zu erkennen, viele große Krater,
aber deutlich weniger kleine Krater. Die großen Krater haben eine
Durchmesser von 500 bis 1.000 Metern. Die Felder von Felsbrocken könnten
die Überbleibsel eines größeren Projektils gewesen sein, dass den
Asteroiden getroffen hat.
Die ungewöhnlich geringe Zahl kleiner Krater könnte sich, so die
Forscher, durch bislang unbekannte Prozesse erklären lassen:
"Vielleicht so etwas wie seismisches Wackeln, was auf einem so
kleinen Objekt wie Eros möglich wäre", so Dr. Jospeh Veverka von
der Cornell University, der das Kamerateam der Sonde leitete. "Aber
es kämen auch andere Prozesse in Frage, um die kleinen Krater
verschwinden zu lassen." So hätte sich beispielsweise eine
beträchtliche Staub- und Geröllschicht durch die Einschläge auf Eros
angesammelt, die eventuell die kleineren Krater einfach mit der Zeit
verdeckt hat. "Manche Regionen von Eros könnten so hoch mit diesem
Material verdeckt sein, dass man ein zehnstöckiges Haus darin verstecken
könnte."
Die Aufnahmen zeigten außerdem, dass die Ablagerungen auf den Böden
der Krater erstaunlich eben sind und es somit Prozesse geben muss, die
dazu führen, dass sich feineres Material in Senken und Kraterböden
sammelt. Ein Professor der Cornell Universität hatte dafür kürzlich
eine statische Ladung des Staubs verantwortlich gemacht (astronews.com
berichtete), was auch interessante Auswirkungen für gewisse
Oberflächenstrukturen auf dem Erdmond haben könnte.