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XMM
Röntgenteleskop beobachtet Mikroquasar
von Stefan Deiters
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18. April 2001

Mit Hilfe des europäischen Röntgenteleskops XMM Newton konnten europäische Astronomen nachweisen, dass sich wohl tatsächlich ein Schwarzes Loch im Inneren eines Mikroquasars verbirgt. Das beobachtete Objekt GRS 1758-258 liegt 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und schleudert kleinste Partikel mit annähernd Lichtgeschwindigkeit ins All.

GRS 1758-258
XMM-Aufnahme des Objektes GRS 1758-258 und wie das System vermutlich aussieht (unten). Foto/Darstellung: ESA, Andrea Goldwurm (Bild), Instituto de Astrofisica de Andalucia (Grafik)
Mikroquasar

Die Röntgenquelle die das europäische Röntgenteleskop XMM Newton studierte, liegt rund 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und wurde 1990 entdeckt. Auch im Radiobereich ist in dieser Region des Himmels eine punktförmige Quelle zu erkennen, von der zwei nahezu symmetrische Jets, also gebündelte, schnelle Teilchenströme, auszugehen scheinen. Alles, da waren sich Astrophysiker seit nunmehr zehn Jahren sicher, deutet darauf hin, dass sich hinter diesem Objekt ein Schwarzes Loch verbirgt. Dabei vermutete man kein supermassereiches Schwarzes Loch wie etwa im Zentrum unserer Milchstraße, sondern ein stellares Schwarzes Loch, das nicht die Millionenfache Masse unserer Sonne, sondern nur einige Sonnenmassen aufweist.

Bisher sind nur drei andere Röntgenquellen in unserer Milchstraße bekannt, die kontinuierlich Röntgenstrahlen aussenden und als Kandidaten für ein Schwarzes Loch gehandelt werden. Und nur eine dieser Quellen zeigt die bei GRS 1758-258 beobachteten Jets. Beobachtungen mit XMM Newton machen nun deutlich, um was es sich bei GRS 1758-258 handeln könnte: "Die Quelle ist Teil eines Doppelsternsystems", erläutert Dr. Andrea Goldwurm die Beobachtungen aus dem September 2000. "Material eines Begleitsterns wird von einem Schwarzen Loch angezogen und umkreist dieses in einer Akkretionsscheibe bevor es im Schwarzen Loch verschwindet. Das Material ist so heiß, dass es Röntgenstrahlen produziert."

Die gemessene Radiostrahlung und die gefundenen Jets führen die Forscher auf den Fluss der Materie zurück, der es irgendwie erlauben muss, das zwei gebündelte Partikelstrahlen das System senkrecht zur Akkretionsscheibe wieder verlassen.

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Astronomen nennen solche Objekte Mikroquasare, weil sich hier im Prinzip ähnliches ereignet wie in den normalen Quasaren im Herzen ferner Galaxien - nur eben um viele Größenordungen kleiner. Durch die Empfindlichkeit von XMM Newton  konnte die typische Signatur einer Akkretionsscheibe um ein Schwarzes Loch nachgewiesen und weitere Daten gesammelt werden, die erstmals zeigen, dass es sich bei GRS 1758-258 um einen Mikroquasar handelt und dass Röngten- und Radioquelle das selbe Objekt sind.

 

Links im WWW
XMM, Projektseite der ESA
siehe auch
XMM: Blick auf das Zentrum von M31 - 19. Dezember 2000
XMM: Der entfernteste Quasar
- 6. Dezember 2000
XMM: Unentdeckte Schwarze Löcher
- 8. November 2000
XMM: Übergabe an die Wissenschaft
- 28. März 2000
XMM: Erste Bilder veröffentlicht
- 9. Februar 2000
XMM: "Es fliegt so schön"
- 21. Dezember 1999
XMM: Teleskop fotografiert sich selbst
- 13. Dezember 1999
XMM: 174 Spiegel für Europa
- 8. Dezember 1999
XMM: Schülerwettbewerb zum Start - 14. September 1999
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