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LA SILLA
Fenster ins entfernte Universum
von Stefan Deiters
astronews.com
12. April 2001

Mit sogenannten Deep-Field-Aufnahmen versuchen Astronomen hinter die Geheimnisse der Entstehung und Entwicklung unseres Weltalls zu kommen. Die Europäische Südsternwarte ESO veröffentlichte jetzt erste Aufnahmen des Capodimonte Deep Field, mit dem man eine umfangreiche Datenbasis für zukünftige extragalaktische Studien gewinnen und Erfahrungen für das Survey-Teleskop des Very Large Telescope (VLT) sammeln will. 

OACDF
Ausschnitt aus dem Capodimonte Deep Field und ein Detail daraus (unten). Fotos: ESO
 Großansicht 
OACDF (Detail)
Es gibt einfach zu viele Galaxien für die paar leistungsfähigen Teleskope über die die Astronomen auf der Erde verfügen. Die Forscher helfen sich hier auf einfache Weise: Sie beobachten einen kleinen Bereich am Himmel besonders gründlich und hoffen, dass das entfernte Universum, das sie auf diese Weise erforschen, in jede Richtung gleich aussieht, sie also quasi eine typische Galaxienverteilung vor sich haben.  Diese sogenannten Deep Field-Aufnahmen erfreuen sich seit dem bekannten Hubble Deep Field einer großen Beliebtheit. Am 2,2 Meter ESO/MPG-Teleskop in La Silla haben nun Astronomen des Osservatorio Astronomico di Capodimonte in Neapel, Aufnahmen für das sogenannte Capodimonte Deep Field gemacht.

Das Capodimonte Deep Field ist ein Pilotprojekt mit einer 67-Millionen-Pixel Digitalkamera. Ziel ist, eine gute Datenbasis für weitere extragalaktische, galaktische und planetarische Studien zu bekommen. Außerdem erlaubt es den Wissenschaftlern, die auch an der Entwicklung des Very Large Telescope (VLT) Survey Telescope  beteiligt sind, Erfahrungen mit der Bewältigung gewaltiger Datenmengen zu sammeln. Beim VLT wird allerdings dann die vierfache Datenmenge zu verarbeiten sein.

Für die Auswahl des Bereichs, den die Forscher im Rahmen des Projektes über längere Zeit beobachten wollten, wurden strenge Maßstäbe angelegt: Kein Stern, mit einer Helligkeit von mehr als neun Magnituden sollte in der Region liegen und auch keine Planeten sollten die Region während der Beobachtungen durchlaufen. Zudem sollte das Zielgebiet weit entfernt von der galaktischen Ebene und am Südhimmel liegen, wenig interstellare Materie aufweisen und für Vergleichszwecke schon vorher einmal vom Hubble-Weltraumteleskop beobachtet worden sein. Die Wahl fiel schließlich auf einen ein mal ein Grad großen Bereich im Sternbild Raben. Das oben und in der Großansicht gezeigte Bild, entspricht einem Viertel dieser Region. Allein hier wurden über 35.000 Objekte gefunden, die lichtschwächsten unter ihnen sind rund 100 Millionen mal schwächer als ein Objekt, das man gerade noch mit bloßem Auge erkennen kann. Das zweite hier gezeigte Bild ist ein Vergrößerung aus der oberen linken Ecke des Übersichtsbildes. Auf ihm sind wechselwirkende Galaxien zu erkennen. 

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