Home  |  Nachrichten  | Frag astronews.com  | Bild des Tages  |  Kalender  | Glossar  |  Links  | Forum  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten

astronews.com
astronews.com

Der deutschsprachige Onlinedienst für Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt

 Home  : Nachrichten : Sonnensystem : Artikel

EROS
NEAR-Bilder beleben alte Staub-Theorie
von Stefan Deiters
astronews.com
10. April 2001

Als die kleine Sonde NEAR Shoemaker Mitte Februar auf dem Asteroiden Eros aufschlug, ging eine außerordentlich erfolgreiche Mission zu Ende und eine alte Debatte wurde wieder entfacht: Auf den Böden einiger Krater waren nämlich feine Ablagerungen auszumachen. Diese, so glaubt ein inzwischen emeritierter Professor der Cornell-Universität, sind auf die selbe Weise entstanden, wie entsprechende Strukturen auf dem Mond: durch Elektrizität. 

Eros
NEAR-Aufnahme von Eros. Foto:  Johns Hopkins Universität/APL

Die Aufnahmen, die NEAR Shoemaker von dem kartoffelförmigen Asteroiden zur Erde zurücksandte, zeigten, dass einige Krater mit einem feinkörnigen Material gefüllt waren, das irgendwie auf den Boden der Krater gelangt sein muss. Für das NEAR-Team eine Überraschung, konnten sie sich doch nicht vorstellen, welcher Mechanismus zu dieser ebenen und gleichmäßigen Bedeckung der Kraterböden führen sollte. 

Weniger überrascht hingegen war Thomas Gold, der bis zu seiner Emeritierung Professor an der Cornell-Universität war. Für ihn war die Sache klar: Statische Elektrizität ist die Ursache dafür, dass die Staubteilchen quasi zum Boden der Krater schweben können - ein Vorgang, der nach Golds Ansicht auch dazu geführt hat, dass Krater auf dem Mond gefüllt sind. "Wenn man nur eine Schicht von 0,001 Millimetern seit dem Bau der Pyramiden angesammelt hat, könnte man über Milliarden Jahre eine Schichtdicke von über einem Kilometer erreichen", so Gold, einmal ein weltweit führender Kosmologe. "Die Strukturen auf Eros sind denen auf dem Mond so ähnlich, dass nun dieser Prozess auch ernsthaft für die Erklärung von großen Strukturen auf dem Mond in Betracht gezogen werden sollte."

Die elektrische Ladung der Staubkörner stammt in Golds Theorie vom Bombardement des Himmelsköpers mit Teilchen des Sonnenwindes, die auch geladen sind. Und wenn solche Teilchen ein Staubkorn treffen, würde dies immer mehr Ladung aufsammeln. Mittlerweile zeigen auch die noch aktiven Kollegen von Gold Interesse an dessen Theorie: "Das ist eine sehr faszinierende Möglichkeit, die wir sicherlich in den nächsten Monaten genauer untersuchen werden", so Joseph Veverka, Professor und Leiter der Astronomie-Abteilung der Cornell-Universität.

Die jetzt wiederbelebte und umstrittene Theorie von Thomas Gold geht bis in die 50er Jahre zurück, als man die Ursache für die gefüllten Mondkrater diskutierte. Gold schrieb seine erste wissenschaftliche Veröffentlichung 1955 über dieses Thema und seine Theorie erhielt Mitte der 70er Jahre Unterstützung durch eine Doktorarbeit: In Laborexperimenten wurde damals gezeigt, dass eine Bewegung von Staubteilchen auf dem Mond dann möglich ist, wenn sie sehr unterschiedliche Ladungen tragen. Diese These stand damit im krassen Widerspruch zu der Ansicht der meisten Geologen, die die gefüllten Mondkrater beispielsweise auf Reste von Meteoriteneinschlägen zurückführten.

Auch auf Eros, so Golds Ansicht heute, könnten die elektrostatischen Prozesse ein Rolle gespielt haben. Sie dürften in etwa den Vorgängen ähneln, die auf der verborgenen Seite des Monde vor sich gehen. Hier sei nämlich das Teilchenbombardement von der Sonne wesentlich geringer als auf der der Erde zugewandten Seite. Auch Eros, über 400 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, dürfte nämlich deutlich weniger Sonnenwind abbekommen als der sichtbare Mond.

Links im WWW
Near Earth Asteroid Rendezvous (NEAR), Missionshomepage
In sozialen Netzwerken empfehlen
   
Werbung
Werbung
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | astronews.com ist mir was wert | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
     ^ Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2017. Alle Rechte vorbehalten.  W3C

© astronews.com / Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999 - 2017
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.


URL dieser Seite: http://www.astronews.com/news/artikel/2001/04