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EXTRASOLARE PLANETEN
Weitere Beweise für Planeten ohne Sonnen
von Stefan Deiters
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9. April 2001

Die Entdeckung von frei im All umherwandernden Planeten ohne Sonne sorgte im letzten Jahr für manche Diskussion unter Astronomen. Jetzt haben die Entdecker neue Beweise vorgelegt, doch die Kontroverse bleibt: Sind es wirklich Planeten oder doch eher stellare Objekte. Zumindest bei der Benennung zeichnet sich eine Einigung ab: Als Kompromiss wurde vorgeschlagen, die vagabundierenden Welten künftig Planetare zu nennen.  

Trapez-Haufen
Der Trapez-Haufen im Orion-Nebel. Hier entdeckten die Astronomen die vagabundierenden Planeten. Foto: NASA/STScI

Sterne, so nehmen Astronomen gemeinhin an, entstehen aus kollabierenden Gaswolken. Wie das allerdings genau passiert und wie groß eine solche Gaswolke mindestens sein muss, damit aus ihr noch ein stellares Objekt wird, ist noch nicht sonderlich gut erforscht. Im letzten Jahr gab es einige Aufregung, als zwei britische Astronomen im Orion-Nebel planetenähnliche Objekte ausmachten, zu denen aber offensichtlich keine Sonne gehörte. Diese frei umhervagabundierenden Planeten sorgten für so manche kontroverse Diskussion - einige Astronomen vermuteten sogar, dass es sich dabei um falsch interpretierte Beobachtungen handeln könnte.

Jetzt legten Dr. Philip Lucas von der Universität in Hertfordshire und Dr. Patrick Roche von der Universität in Oxford nach: Neue Messungen von insgesamt 20 Objekten hätten nunmehr gezeigt, dass es sich hier tatsächlich um sehr junge und sehr massearme Objekte handelt. Und die masseärmsten hätten planetenähnliche Massen. Man könne sie nur erkennen, weil sie sehr jung sind und deswegen noch eine relativ hohe Temperatur haben. "Es ist schon faszinierend diese planetengroßen Objekte zu entdecken, die einfach so im Raum umhervagabundieren und nicht wie unsere Erde um eine Sonne kreisen", so Lucas. "Unsere neuen Beobachtungen könnten der erste Schritt sein, die physikalischen Eigenschaften dieser Objekte zu erforschen."

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"Diese Objekte sind schon für sich gesehen sehr interessant", ergänzt Roche, "doch können wir durch ihr Studium auch eine ganze Menge über Sternentstehungsprozesse lernen - ein noch immer recht unklares Gebiet der Astronomie." Außerdem dürfte die neuen Beobachtungen die Diskussion darüber weiter entfachen, wie diese "Planeten" eigentlich entstanden sind: Wurden sie eher wie ein Stern aus einer Gaswolke geboren oder sind sie gar aus einem Planetensystem hinausgeschleudert wurden? Und wie soll man die "Objekte" nennen? Wenn sie wie ein Stern entstanden sind, käme der Begriff "Planet" nicht in Frage. Lucas und Roche schlagen daher den Begriff "Planetare" vor.

Die gefundenen Planetare dürften vom Aussehen eher unserem Jupiter und nicht etwa unserer Erde ähneln. Sie haben Masse von etwa der fünf bis zur 13fachen Masse des Jupiter und würden daher noch nicht einmal als Braune Zwerge durchgehen. Lucas und Roche sehen nur einer geringe Chance, dass ihre neuen Beobachtungen so große Fehler haben, dass sie ihre Massenabschätzung deutlich nach oben korrigieren müssten. Zudem hätten inzwischen auch andere Astronomengruppen in anderen Nebeln Hinweise auf solche Objekte gefunden. 

siehe auch
Ferne Welten - Auf der Suche nach extrasolaren Planeten und außerirdischem Leben 
AstroLinks: Extrasolare Planeten
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