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SONNE
Der größte Sonnenfleck seit zehn Jahren

von Stefan Deiters
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2. April 2001

Ein riesiger Sonnenfleck, größer als das 13fache der Erdoberfläche, begeisterte Sonnenforscher in der letzten Woche. Bei der Verdunkelung in der Sonnenregion AR 9393 handelt es sich um den größten Sonnenfleck des aktuellen solaren Zyklus. Er war verbunden mit heftigen koronalen Massenejektionen.  

Sonne
Die Sonne am 29. März 2001. Foto: NASA/GSFC

Die heftigste von insgesamt vier Eruptionen ereignete sich Donnerstagmittag und schleuderte eine Wolke aus elektrisch geladenem Gas Richtung Erde. Sie erreichte uns am Wochenende. "Sonnenflecken mit so einer komplexen magnetischen Struktur wie in AR 9393 können riesiges Eruptionen verursachen", erläutert NASA-Mitarbeiter Dr. Joseph Gurman, der mit dem Sonnenobservatorium SOHO forscht. 

Sonnenflecken sind dunkle Bereiche auf der sichtbaren Oberfläche der Sonne, die durch eine Ansammlung verdrehter Magnetfelder entstehen. Dadurch verringert sich, so die Theorie der Forscher, der Fluss der Wärme vom Inneren der Sonne nach Außen. Dies macht die Regionen etwas kälter als die umliegenden Bereiche, was sie wiederum dunkler erscheinen lässt. Die Zahl der Sonnenflecken unterliegt einem elfjährigen Zyklus, in dem die Aktivität unseres Zentralgestirns ab- und wieder zunimmt. Zur Zeit befindet sich die Sonne gerade im Maximum dieses Aktivitätszyklus. Gewaltige Eruptionen stehen oft mit Sonnenflecken in Verbindung.

Solare Eruptionen gehören zu den heftigsten Explosionen, die wir in unserem Sonnensystem finden können. Durch das plötzliche Freiwerden magnetischer Energie können kleine Partikel extrem beschleunigt und die Sonnenoberfläche auf Temperaturen von mehreren Millionen Grad aufgeheizt werden. Koronale Massenejektionen sind gewaltige Wolken aus elektrisch geladenen und magnetisierten Gas. Sie haben oft eine Masse von Milliarden von Tonnen und werden mit Geschwindigkeiten von bis zu 2.000 Kilometern pro Sekunde ins All geschleudert.

Liegt die Erde auf dem Weg dieser Eruptionen, kann es erhebliche Störungen in der Erdatmosphäre geben. Die eindrucksvollsten sind als Nordlichter zu sehen, weniger schön sind die Störungen in Elektronik und Kommunikation, die durch die Magnetstürme verursacht werden können. 

Links im WWW
SOHO, Projektseite der ESA
siehe auch
Sonne: Kannibalismus auf dem Weg ins All - 28. März 2001
Sonne: Magnetfeld hat sich umgedreht - 16. Februar 2001

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