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JUPITER
Intensivere Strahlung als vermutet

von Stefan Deiters
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29. März 2001

Messungen der Saturnsonde Cassini über den Strahlungsgürtel des Jupiter lassen Astronomen aufhorchen: Die Strahlung, der eine Sonde in der Nähe des Gasriesen ausgesetzt ist, ist deutlich intensiver als bislang angenommen. Für künftige Missionen könnten höhere Schutzmaßnahmen erforderlich sein. 

Jupiter
Jupiter: gefährlicher Strahlungsgürtel. Foto: NASA/JPL/University of Arizona

Die intensivste Strahlung findet man in der Region, die in bis zu 300.000 Kilometern Entfernung vom Gasriesen liegt. Sowohl die Sonde Galileo als auch die Saturnsonde Cassini hielten sich weit außerhalb dieses Bereichs auf - Cassini passierte den Jupiter sogar in einem Abstand von rund zehn Millionen Kilometern. Trotzdem verfügen beide Sonde über einen speziellen Schutz für empfindliche elektronische Bauteile.

Trotz der großen Entfernung nahm Cassini das Strahlungsfeld des Jupiter gründlich unter die Lupe. Dazu diente die in Italien hergestellte Kommunikationsantenne der Sonde, die auf den Jupiter ausgerichtet wurde, um nach natürlicher Radiostrahlung zu lauschen, die vom Strahlungsgürtel ausgesandt wird. "Dabei haben wir einige Überraschungen erlebt", so Dr. Scott Bolton, vom NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL). "Das dürfte nicht nur Einfluss auf unser Verständnis der Vorgänge in der Jupiteratmosphäre sondern auch auf künftige Missionen in die Jupiterumgebung haben."

Die Radiowellen, die Cassini aufnahm, entstehen durch Elektronen, die sich mit annähernd Lichtgeschwindigkeit im Magnetfeld des Gasriesen bewegen. Wissenschaftler nennen diese Form der Strahlung Synchrotronstrahlung. Diese Strahlung selbst ist für Raumsonden nicht gefährlich, verrät aber einiges über die Elektronen, die sie aussendet und die eine potentielle Gefahrenquelle darstellen.

Durch die Kombination von Cassini-Daten mit Beobachtungen von Radioteleskopen auf der Erde ergab sich ein überraschendes Bild: Es scheint weniger höchst-energetische Elektronen zu geben als erwartet. Das ist allerdings keine gute Nachricht: Um die insgesamt gemessenen  Synchrotronstrahlung zu erklären, benötigt man nun deutlich mehr Elektronen mit einer etwas geringeren Energie. Die Energie reicht aber nach wie vor aus, um die elektronische Bauteile zu gefährden. Insgesamt also ist das Risiko für Raumsonden in der Jupiterumgebung größer als bislang angenommen. Zukünftige Missionen - beispielsweise zum Jupitermond Europa - werden dies berücksichtigen müssen.

Links im WWW
Cassini, Projekthomepage am JPL
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