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HUBBLE
Junge Sterne in der Magellanschen Wolke
von Stefan Deiters
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29. März 2001

Extrem intensive Strahlung von jungen, heißen Sternen ist die Ursache für das Aussehen des Nebels N83B, den das Hubble-Weltraumteleskop beobachtet hat. Die Aufnahme des auch unter der Bezeichnung NGC 1748 bekannten Sternentstehungsgebiets verdeutlicht das faszinierende Zusammenspiel von Gas und Strahlung in unser Nachbargalaxie, der Großen Magellanschen Wolke.

N83B
Hubble-Aufnahme des Nebels N83B in der Großen Magellanschen Wolke. Foto: NASA, ESA, Mohammad Heydari-Malayeri (Observatoire de Paris, France)
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Auf dem Bild ist zu erkennen, wie diese heißen, massereichen und gerade neu entstandenen Sterne durch intensive Winde den sie umgebenden Nebel verändern. Ähnliches kann man auch in anderen Sternentstehungsgebieten wie etwa dem Orion-Nebel beobachten. Das in diesem Fall von Hubble beobachtete Sternentstehungsgebiet liegt rund 165.000 Lichtjahre von uns entfernt in der Großen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie unserer Milchstraße, die auf der Südhalbkugel mit bloßem Auge zu erkennen ist.

Solche Einblicke in die frühe Entwicklungsphase von Sternen zu gewinnen, ist nicht so einfach wie es vielleicht zunächst erscheinen mag: Diese massereichen Sterne entwickeln sich extrem schnell und sind - bevor sie aus ihrem Geburtsnebel auftauchen - lange Zeit von ihm vor allzu neugierigen Blicken verborgen. So muss man wirklich Glück haben, und zum genau richtigen Zeitpunkt hinschauen - gerade dann nämlich, wenn sie quasi ihren Kokon verlassen. Und man benötigt natürlich auch noch ein gutes Teleskop.

Astronomen aus Frankreich, den USA und Deutschland haben nun das Hubble-Weltraumteleskop genutzt, um dieses faszinierende Zusammenspiel zwischen Gas, Staub und Strahlung rund um die neugeborenen Sterne in diesem Nebel zu studieren. Zum ersten Mal erhielten die Forscher so Einblicke in die eigentümlichen und turbulenten Strukturen, die dadurch zu Stande kamen. Die Studien haben zudem eine Reihe von individuellen Sternen ans Licht gebracht, die für das Aufhellen der Gaswolke verantwortlich sind.

Der helle, recht unschuldig aussehende Sterne in der Mitte des Nebels ist nach Erkenntnissen der Forscher rund 30 Mal massereicher als unsere Sonne und leuchtet 200.000 Mal heller als sie. Durch das intensive Licht und sogenannte stellare Winde hat der Stern das ihn umgebende Gas weggeblasen und so eine Blase von rund 25 Lichtjahren Durchmesser geschaffen. Sie muss erst vor recht kurzer Zeit entstanden sein - die Astronomen gehen von rund 30.000 Jahren aus.

Der heißeste Stern in N83B ist rund 45 Mal massereicher als unsere Sonne und liegt im hellsten Bereich des Nebels oberhalb des Zentrums. Diese Region hat einen Durchmesser von ungefähr zwei Lichtjahren. Hier findet man besonders junge und massereiche Sterne. Ihre Entstehung, so eine Theorie der Wissenschaftler, könnte von den Winden des Zentralsterns quasi angestoßen worden sein. Im rechten Bereich des Bildes (besser in der Großansicht sichtbar) ist der diffuse Nebel DEM22d zu sehen, der teilweise durch ausgedehnte Staub- und Gasschwaden verdeckt ist. 

Links im WWW
Original Fotos und Pressemitteilung des STScI
die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
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