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GALILEO
Jupitersonde entdeckt variablen Stern
von Stefan Deiters
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22. März 2001

Die Jupitersonde Galileo benutzt einen Katalog von 150 hellen Sternen um ihre Position im Raum zu bestimmen. Einer davon, der Stern Delta Velorum, wurde jedoch plötzlich nicht mehr erkannt. Jetzt fanden Techniker am NASA Jet Propulsion Laboratory den Grund heraus: Das Problem war nicht der Star Tracker der Sonde, sondern der Stern selbst.


Galileo.  Darstellung: JPL/NASA

Delta Velorum gehört zu den 50 hellsten Sternen, ist am Südhimmel im Sternbild Segel (Vela) zu finden und übertrifft an Helligkeit sogar den Polarstern. Doch plötzlich konnte der Star Tracker an Bord der NASA-Sonde Galileo diesen Stern nicht mehr finden und die Techniker am NASA Jet Propulsion Laboratory  vermuteten natürlich einen Fehler in dem Instrument der Sonde, da Delta Velorum nicht als variabler Stern katalogisiert war. 

Noch nicht, muss man jetzt sagen: "Ich habe ungefähr eine Woche gebraucht, bis ich mir schließlich sicher war, dass nicht das Instrument an Bord der Sonde kaputt war, sondern vielleicht der Stern", erläutert Paul Fieseler, Ingenieur des Galileo-Projektes. Die Jupitersonde war nie dafür gedacht, entfernte Sterne zu erforschen, doch gab dieser vermeintliche Fehler des Galileo-Instrumentes den Ausschlag für eine ganze Reihe Untersuchungen, die nun mit einem wissenschaftlichen Bericht der Internationalen Astronomischen Union (IAU) endeten, in dem Delta Velorum tatsächlich als veränderlicher Stern, also als ein Stern dessen Helligkeit periodisch schwankt, dargestellt wird.

"Veränderliche Sterne sind recht häufig, aber es ist schon sehr ungewöhnlich, dass die Variabilität eines so hellen Sterns unentdeckt bleibt", so Fieseler. Nach dem einmaligen Ausfall des Star Trackers war er am Ball geblieben und hatte eine Nachricht an die amerikanische Gesellschaft der Beobachter veränderlicher Sterne geschickt. Diese Nachricht erreichte auch einen argentinischen Amateur-Astronomen, der tatsächlich eine Helligkeitsveränderung bei Delta Velorum beobachten konnte. Anhand der Galileo-Daten und der Beobachtungen aus Argentinien konnten die Astronomen die Periode der Helligkeitsschwankungen berechnen: 45 Tage. Durch diese Vorhersage gelang es dann tatsächlich die nächsten beiden Helligkeitsschwankungen zu beobachten.

Bei Delta Velorum handelt es sich um ein Mehrfachsystem und zu den Helligkeitsveränderungen kommt es, wenn ein Stern den anderen verdeckt. Das erklärt auch das Versagen von Galileos Star Tracker: Da die Helligkeit des Systems in etwa um 30 Prozent abnimmt, passte der Stern nicht mehr zu den Daten im Katalog der Sonde. Und dass die Variabilität bis jetzt unentdeckt blieb, dürfte zwei Ursachen haben: Die Helligkeitsänderung ist kaum mit bloßem Auge zu erkennen und zudem nur für wenige Stunden alle 45 Tage sichtbar. 

Links im WWW
Galileo, Webseite der NASA
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