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VERY LARGE TELESCOPE
First Light für VLT-Interferometer
von Stefan Deiters
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20. März 2001

Kaum eine Woche nach dem Keck-Teleskop gab nun auch die Europäische Südsternwarte ESO die erfolgreiche Zusammenschaltung zweier Teleskope auf dem Gipfel des Paranal in Chile bekannt. Wenn das Very Large Telescope Interferometer (VLTI) einmal der Wissenschaft zur Verfügung steht, wird es das Auflösungsvermögen eines 200 Meter-Teleskops besitzen - genug um nur zwei Meter große Details auf der Mondoberfläche zu erkennen. 

First Light
Blick auf einen Kontrollbildschirm während der ersten Beobachtung von Sirius mit dem VLTI. Foto: ESO  
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Am vergangenen Sonnabend wurden die ersten Versuche zum Zusammenschalten von zwei kleinen Testteleskopen auf dem Gelände des Very Large Telescope (VLT) unternommen: Das infrarote Licht des Sterns Sirius wurde von den beiden kleinen Teleskopen aufgefangen und dann in einem langen unterirdischen Tunnel so zusammengeführt, dass sich ein auswertbares Bild auf dem Schirm ergab. Im unterirdischen Kontrollzentrum für das VLTI konnten die Wissenschaftler am Bildschirm verfolgen, dass ihr Konzept aufgegangen war und das Licht in dem unterirdischen Tunnel so geschickt umgeleitet wurde, dass die beiden Lichtstrahlen der Teleskope zum genau richtigen Zeitpunkt kombiniert wurden.

Eine Nacht später versuchten die Astronomen den Durchmesser des Sterns Alpha Hydrae am Himmel zu ermitteln. Auf ihren Bildschirmen konnten sie ablesen, dass der Stern einen Durchmesser von 0,00929 Bogensekunden haben muss. Diese Messung ist in etwa vergleichbar mit der Bestimmung des Abstandes zweier Autoscheinwerfer in einer Entfernung von 35.000 Kilometern. Der bislang beste photometrische Wert für den Durchmesser von Alpha Hydrae beträgt 0,009 Bogensekunden - das VLTI hatte also ganze Arbeit geleistet.

So waren die Astronomen auf den Gipfel des Paranal denn auch begeistert, dass das VLTI schon in dieser frühen Phase so gute Ergebnisse liefert. Und das soll nach den Planungen erst der Anfang sein: Die ersten Test wurden mit zwei kleinen 0,4 Meter Hilfsteleskopen durchgeführt, später sollen zwei große 8,2 Meter VLT-Teleskopeinheiten sowie verschiedene bewegliche 1,8 Meter Teleskope dafür verwendet werden. Durch die Interferometer-Technik kann man theoretisch Bilder gewinnen, die von der Schärfe her vergleichbar sind mit einem normalen Teleskop dessen Durchmesser der Entfernung der beiden kombinierten Teleskope entspricht. Beim VLTI sind dies rund 200 Meter. Somit wäre eine Auflösung von 0,0005 Bogensekunden im sichtbaren Bereich des Lichtes möglich. Das entspricht einer Strecke von etwa zwei Metern in der Entfernung unseres Mondes.

Bis das komplette VLT-Interferometer einsatzbereit ist, werden noch Jahre vergehen. Zwei große VLT-Teleskope sollen erstmals Ende des Jahres kombiniert werden, im nächsten Jahr sollen die drei 1,8 Meter-Hilfsteleskope auf dem Paranal eintreffen. Wenn das VLTI fertig ist, soll es möglich sein, alle Teleskope auf dem Gipfel zusammenzuschalten. Mit diesem Instrument wollen die Astronomen dann beispielsweise die Oberflächenstruktur andere Sonnen studieren, den Massenaustausch bei Doppelsternen oder aber die Umgebung von stellaren Schwarzen Löchern und Neutronensternen in bislang unerreichter Detailtreue beobachten. 

Links im WWW
Europäische Südsternwarte (ESO)
siehe auch
Keck: Teleskope im Doppelpack - 16. März 2001
VLT: Fortschritte im Untergrund
- 12. Oktober 2000
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