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ANTARKTIS
Geheimnisse unter dem Eis

von Stefan Deiters
astronews.com
19. März 2001

Der Jupitermond Europa gehört mit Sicherheit zu den faszinierendsten Objekten im Sonnensystem, vermuten doch manche Forscher einen  flüssigen Ozean unter seiner dicken Eisschicht. Wie man diese Welt im Untergrund erforschen könnte, haben jetzt Wissenschaftler des NASA Jet Propulsion Laboratory getestet. Sie ließen eine Sonde in einem über 1.200 Meter tiefen Loch im antarktischen Eis verschwinden. 

Antarktis
So sieht es 1062,65 Meter unter der Antarktis aus. Foto: NASA/JPL

Mit der am kalifornischen Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA entwickelten Sonde, soll unter realistischen Bedingungen getestet werden, wie man Regionen auf der Erde oder auf anderen Objekten im Sonnensystem untersuchen kann, in denen extreme Umweltbedingungen herrschen. Die Sonde wurde in einen Bohrloch tief in das Innere des antarktischen Eises hinuntergelassen und soll so Informationen über die Geschichte dieses Kontinents liefern. "Das Projekt passt aber auch in den Kontext von Planetenforschung", erläutert Dr. Frank Carsey vom JPL. "Wir sammeln damit Erfahrungen, wie man etwas über die Dinge herausfinden kann, die sich unter Eiskappen verbergen - seien es nun die auf der Erde, die an den Polen des Mars oder die Eiskruste des Jupitermondes Europa."

Ausgerüstet mit zwei Kameras und Lampen konnten die Wissenschaftler einen Blick in die Tiefen des antarktischen Eises werfen: Sie entdeckten eine Reihe von Wasserkanälen und wassergefüllte Einschlüsse die über einen Meter tief waren. Bislang hatte man angenommen, dass solche Einschlüsse nur Größen im Millimeterbereich haben würden. Zur Überraschung der Forscher entdeckten sie auch deutlich mehr im Eis eingeschlossene Steine und Felsen als sie erwartet hatten. 

Für die Antarktisforscher eröffnet die Sonde des JPL neue Möglichkeiten für ihre Forschung: "Wir haben jetzt das dunkle Zeitalter verlassen", so Dr. Hermann Engelhardt vom California Institute of Technology. Am JPL hofft man, die Sonde in den nächsten zwei Jahren noch mit weiteren Sensoren ausstatten zu können, die nach Lebensspuren im antarktischen Eis und später auch einmal auf anderen Himmelskörpern fahnden können. "Diese Eisschichten sind sehr alt, einige auf dem Mars beispielsweise mehrere hundert Millionen Jahre", erklärt Carsey. Daher könne eine detailliertere Erforschung dieser Regionen sehr viel über die Klimaänderungen auf dem Planeten und über seine Geschichte und Biologie verraten.  

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