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HUBBLE
Die Folgen einer Galaxienkollision
von Stefan Deiters
astronews.com
8. März 2001

Manchmal müssen Astronomen auch etwa kriminalistischen Spürsinn beweisen: Zum Beispiel wenn sie den genauen Zeitpunkt einer Galaxienkollision ermitteln wollen. Im Falle der kleinen Galaxie M82, die mit ihrem großen Nachbarn M81 zusammenstieß, hatten sie dabei einen prominenten Helfer: das Hubble-Weltraumteleskop. 

M82
Hubble-Aufnahme der Galaxie M82 (rechts) im Vergleich mit einer Aufnahme von der Erde. Foto: NASA, ESA, R. de Grijs (IoA, Cambridge), N. A. Sharp (NOAO,NSF)
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M82 ist eine kleine, recht nahe Galaxie in rund 12 Millionen Lichtjahren Entfernung von der Erde. Im Grunde genommen war diese Galaxie nichts besonders, bis sie mit ihrem großen Nachbarn M81 zusammenstieß und sich dabei einiges veränderte. Durch diese Kollision wurde ein heftiger Sternentstehungsausbruch angeregt und das Studium der Sterne aus dieser Zeit hilft nun den Astronomen heute, den Zeitpunkt der Kollision zu bestimmen.

Dazu hat das Hubble-Weltraumteleskop rund 100 junge und sehr leuchtstarke Sternhaufen im zentralen Bereich von M82 genauer unter die Lupe genommen. Da die Entstehung der Sterne in diesen Sternhaufen erst durch die Kollision der beiden Galaxien möglich wurde, kann man aus ihrem Alter auch ermitteln, wann genau die Kollision stattfand. Die Wissenschaftler folgerten aus den Hubble-Bildern, dass die folgenreiche Begegnung von M81 und M82 vor rund 600 Millionen Jahren begann und etwa 100 Millionen Jahre gedauert haben muss.

Aus diesen Beobachtungen erhoffen sich die Forscher auch neue Hinweise zum Studium einer früheren Epoche des Universums als Galaxienzusammenstöße deutlich häufiger waren als heute. Die Folgen sind bei M82 zu sehen. Die Astronomen gehen davon aus, dass in M82 vor der Kollision nicht in diesem Umfang Sterne entstanden sind. "Die letzte Wechselwirkung zwischen M82 und M81 fand vor rund 600 Millionen Jahren statt und hatte dramatische Folgen für die bis dahin recht ruhige Scheibengalaxie", erläutert Richard de Grijs von der Universität in Cambridge, der das Team leitete, das M82 untersucht hat. "Die Kollision verursachte eine konzentrierten Sternentstehungsausbruch. Die Sternentstehung, die wir noch heute beobachten, könnte sich durch Material erklären, das bei der Kollision weggeschleudert wurde und nun wieder langsam auf M82 niederregnet."

Die Sternentstehung vor 600 Millionen Jahren fand nach Ansicht der Astronomen in großen "Super-Sternhaufen" statt. "Wir glauben, dass es sich bei diesen Haufen im junge Kugelsternhaufen handelt", so de Grijs. Bisher wurden nur sehr alte Kugelsternhaufen, also kugelförmige Ansammlungen von bis zu einer Millionen Sternen im Halo unserer Milchstraße gefunden. Manche gingen sogar davon aus, dass sich diese Kugelsternhaufen nur im frühen Universum bilden konnten. "Unsere - und auch andere mit Hubble durchgeführten - Beobachtungen - unterstützen die Theorie, dass Kugelsternhaufen tatsächlich auch noch heute entstehen. Und das ist unserer Meinung nach einer der wichtigsten Beiträge des Weltraumteleskops zur Astrophysik."

Links im WWW
Original Fotos und Pressemitteilung des STScI
die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
siehe auch
Chandra: Neuer Typ von Schwarzen Löchern entdeckt - 13. September 2000
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