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MIR
Das Ende rückt näher
Redaktion
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2. März 2001

Das Ende der russischen Raumstation Mir rückt näher: Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erwarten den Absturz zwischen dem 16. und 23. März. Wenn alles nach Plan läuft, geht die russische Pannenstation 3.500 Kilometer südöstlich von Neuseeland nieder.

Mir
Das Ende naht: die russische Raumstation Mir. Foto: MirCorp

Russland sieht im kontrollierten und sicheren Ende der Mir eine internationale Verpflichtung: Das De-Orbiting wird deshalb nicht nur durchgehend von acht russischen Telemetriezentren überwacht, die Russen werden dabei auch von anderen Stationen weltweit unterstützt. Zudem verfolgen internationale Experten, unter anderem aus Europa und Deutschland, das Ende der Mir im Moskauer Kontrollzentrum. Von dort wird der aktuelle Verlauf durchgehend und direkt an das Europäische Raumfahrt-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt und an die politisch zuständigen Stellen übermittelt.

Mit dem unbemannten Raumfahrzeug Progress M 1-5, das am 27. Januar 2001 an die Mir angedockt wurde, soll das geplante De-Orbiting-Manöver durchgeführt werden. Progress enthält ca. 2,7 Tonnen Treibstoff; die Mir selbst hat nur kleine Triebwerke zur Lageregelung. Die Station sinkt zurzeit durch die natürliche Bremswirkung der Hochatmosphäre ca. 1,3 Kilometer pro Tag mit zunehmender Tendenz. Aktuell befindet sie sich in 266 km mittlerer Bahnhöhe. Bis zum Erreichen einer mittleren Bahnhöhe von 250 km lässt man die Station allein durch das natürliche Abbremsen in der Restatmosphäre der Erde absinken. Dies wird in der Zeit vom 06. bis 14. März erwartet. 

Wenn Mir diese Bahnhöhe von 250 km erreicht hat, wird eine Kommission unter Leitung des Chefs der russischen Raumfahrtagentur, Yuri Koptyev, die Entscheidung über den konkreten Termin für das Einleiten der Bremsmanöver und damit den Wiedereintritt treffen. Diese Entscheidung wird für den 12. März erwartet. Bei rund 230 km Bahnhöhe - diese Bahnhöhe soll zwischen dem 15. und 21. März erreicht sein - wird die Station dann so gedreht, dass das Triebwerk von Progress in Flugrichtung zeigt. Nun können erste Bremsimpulse durch Zünden des Progress-Haupttriebwerks gegeben werden. Dadurch wird die Station weiter abgesenkt und in eine elliptische Umlaufbahn gebracht, deren erdnächster Punkt bei 150 km bereits auf der geographischen Breite des späteren Zielgebiets liegt. Dieses erste aktive Absenken wird sich über 20 bis 30 Stunden erstrecken. 

Ein letztes Bremsmanöver wird die Station schließlich in die dichteren Schichten der Atmosphäre wiedereintauchen lassen. Dazu wird Progress rund 800 Sekunden lang gezündet. Die Mir wird dadurch nochmals um rund 20 Meter pro Sekunde abgebremst. Das kontrollierte De-Orbiting eines Raumfahrzeuges ist grundsätzlich ein verhältnismäßig häufig vorkommendes Manöver. Das dafür benutzte Progress-Raumfahrzeug hat bei seinen bisherigen mehr als 40 Einsätzen stets einwandfrei funktioniert.

Das vorgesehene Zielgebiet liegt bei  47° Süd und 140° West, also rund 3.500 bis 4.000 Kilometer südöstlich von Neuseeland und westlich von Südamerika in einer der menschenleersten Ozeanregionen der Erde und jenseits von gängigen Schifffahrtslinien. Das Auseinanderbrechen der Mir wird in einer Höhe von 90 bis 60 Kilometern geschehen. Unter der enormen Reibungshitze verglüht der größte Teil der Station. Bruchstücke, die nicht verdampfen, verteilen sich im Zielgebiet auf eine Fläche, die etwa 3.000 km lang und 200 km breit sein wird. Russland wird nach international etablierten Regeln vorsorglich den Luft- und Schiffsverkehr warnen. Zum De-Orbiting der Mir hat das DLR eine Webseite eingerichtet, auf der Fragen zum Absturz der Mir an DLR-Experten gestellt werden können.

Links im WWW
MIR, Infoseite des DLR
siehe auch
ISS und Mir - über den Aufbau und Betrieb der Internationalen Raumstation und der Mir
AstroLinks: Mir
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