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GANYMED
Eine feuchte Vergangenheit?

von Stefan Deiters
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2. März 2001

Der Jupitertrabant Ganymed ist der größte Mond im Sonnensystem, er ist sogar größer als der Merkur. Nun haben Wissenschaftler Aufnahmen der Voyager und der Galileo-Sonde kombiniert, um einen besseren Eindruck von der Oberfläche des eisigen Mondes zu erhalten. Die überraschende Erkenntnis: Vielleicht hatte der Trabant eine feuchte Vergangenheit.  

Ganymed
Simulierter Blick Blick auf die Oberfläche von Ganymed. Bild: NASA/JPL, Lunar and Planetary Institute
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Helle und flache Regionen auf der Oberfläche des Jupitermondes Ganymed könnten Indizien dafür sein, dass es hier vor einer Milliarde Jahre einmal Ausbrüche von Wasser oder einem Wasser/Eis-Gemisch gab. Zu dieser Ansicht gelangten Wissenschaftler, die sich die Vielzahl von Bildern ansahen, die von den Sonden Voyager und Galileo vom größten Jupitertrabanten gemacht wurden und daraus neue Ansichten von der Oberfläche des Mondes erstellten.

"Wir glauben, dass wir hier die Beweise für Ausbrüche von Wasser auf die Oberfläche von Ganymed sehen", erläutert Dr. William B. McKinnon, Professor an der Washington University in St. Louis, die Bedeutung der neuen Aufnahmen. Die hellen Bereiche des Mondes, so ergaben die Untersuchungen der Forscher, liegen rund einen Kilometer tiefer als das ältere, dunkle und von Kratern überzogene Gebiet. "Wir sehen hier diese langen, sehr gleichmäßigen Schluchten, die bis zu einem Kilometer tief sind. Das Material in diesen Vertiefungen sollte eher Eigenschaften wie flüssiges irdisches Lava gehabt haben und nicht so fest gewesen sein wie etwa Gletschereis."

Die Wissenschaftler benutzten eine neue Methode zur Erstellung von Oberflächenkarten, bei der sie zwei oder mehrere Bilder, die aus einem leicht unterschiedlichen Winkel gemacht wurden, zu einem neuen Bild zusammenstellten. "So erhielten wir neue topographische Informationen über Hunderte Kilometer von der Ganymed-Oberfläche", so McKinnon. Daraus erhoffen sich die Forscher nun neue Einblicke in die Prozesse, die die alte, dunkle Oberfläche im Laufe der Zeit verändert haben.

Eine dieser untersuchten Schluchten ist über 900 Kilometer lang und etwa eine Milliarde Jahre alt. Sie dürfte, so die Ansicht der Forscher, die jüngste dieser Vertiefungen sein, die durch vulkanische Aktivität entstanden sind. Nach der Theorie der Forscher ist durch Brüche in der Kruste des Mondes eine Art Lava ausgetreten, das diese Regionen überflutet hat. "Dabei kann es sich nicht um Gletschereis handeln, da man keine Strukturen - wie Moränen - erkennen kann, die normalerweise bei Gletschern auftreten", so McKinnon. 

Auf den Bildern sind noch weitere Details auszumachen, die den vulkanischen Ursprung der hellen Bereiche unterstützen. So finden sich an deren Rändern Caldera-ähnliche Strukturen. Eine Caldera ist ein rundlicher Krater, der durch den Einsturz eines unterirdischen Lava-Reservoirs entsteht. "Diese Strukturen unterstützen unsere Theorie gut", so McKinnon. "Wir glauben, dass diese hellen Bereiche auf Ganymed durch Vulkanismus entstanden sind. Und auch die anderen hellen Region müssen auf ähnliche Weise entstanden und später eventuell durch tektonische Kräfte verändert worden sein."

Links im WWW
Galileo, Projekthomepage am Jet Propulsion Laboratory
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