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HUBBLE
Details einer Balken-Spiralgalaxie
von Stefan Deiters
astronews.com
28. Februar 2001

Manch beliebtes Beobachtungsobjekt von Amateurastronomen ist auch für Wissenschaftler ein interessantes Studienobjekt. Das beweist die Aufnahme der Spiralgalaxie NGC 2903, die das Hubble-Weltraumteleskop gemacht hat und die die europäische Weltraumagentur ESA jetzt veröffentlichte. Das besondere Interesse der Wissenschaftler galt der Balkenstruktur der rund 25 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie. 

NGC 2903
Hubble-Aufnahme des Balkens der Spiralgalaxie NGC 2903. Foto: ESA, NASA
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Die Balken-Spiralgalaxie NGC 2903 im Sternbild Löwe ist ein beliebtes Beobachtungsobjekt für Amateurastronomen im Frühjahr. Dank ihrer relativen Helligkeit ist sie schon mit kleinen Teleskopen auszumachen, obgleich sich ihre Spiralstruktur erst mit Profi-Teleskopen oder bei langer Belichtungszeit offenbart. NGC 2903 hat einen Durchmesser von 80.000 Lichtjahren und ist damit etwas kleiner als unsere Milchstraße. Charles Messier hat die 25 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie übersehen als er seinen berühmten Katalog erstellte. NGC 2903 wurde von William Herschel entdeckt.

Das Hubble-Bild zeigt den zentralen Bereich der Galaxie und ist von einem sogenannten "Balken" dominiert, der von links unten nach rechts oben - leicht oberhalb der Mitte - verläuft und eine rötliche Farbe hat. Diese erklärt sich aus großen Mengen von Staub in dieser Region. Balken sind in Spiralgalaxien nichts Ungewöhnliches: In der Umgebung unserer Milchstraße weisen schätzungsweise zwei Drittel aller Spiralgalaxien diese Struktur auf. Schon lange glaubten Astronomen daher, dass diese Balken einen effektives Verfahren darstellen, um das nötige Material für die Sternentstehung im Zentrum der Balkengalaxien zu liefern.

Als aber Astronomen aus Großbritannien, Australien und Spanien mit Hubbles Hilfe tief ins Innere der zentralen Sternentstehungsregionen von NGC 2903 schauten, erlebten sie eine Überraschung: Das Zentrum der Galaxie ist bekannt für eine Vielzahl heller Punkte, die nun erstmals in Sterne und Sternhaufen aufgelöst werden konnten. Und dabei stellte sich heraus, dass der größte Teil der Sternentstehung nicht etwa innerhalb dieser hellen Punkte stattfand: "Das faszinierendste an dieser Hubble-Aufnahme ist, dass auf ihr zu erkennen ist, dass die Sternentstehung hauptsächlich in benachbarten Regionen aus ionisiertem Wasserstoff stattfindet", erläutert Almudena Alonso-Herrero von der Universität von Hertfordshire. "Diese Sternentstehungsregion ist in einem Ring von rund 2.000 Lichtjahren um das Zentrum der Galaxie verteilt." Zu erkennen ist dies als weißlicher Schimmer in der Mitte des hier gezeigten Bildes. 

Solche Ringe um das Zentrum sind auch von anderen Galaxien bekannt. "Wir glauben, dass dieser Ring aus neugeborenen Sternen besteht, weil der Balken quasi als Transportmechanismus dient, der Gas nach innen transportiert", so Alonso-Herrero. "Balken scheinen sehr effizient darin zu sein, Sternentstehung auszulösen und Material von den äußeren Bereichen einer Galaxien nach Innen zu leiten."

Der Blick des Hubble-Weltraumteleskops offenbart noch mehr: Staubschwaden, junge Sterne und heiße, bläuliche Sternhaufen sind überall in den Spiralarmen der Galaxie auszumachen. Astronomen glauben, dass NGC 2903 unserer Milchstraße relativ ähnlich ist, die vermutlich auch eine Balken-Spiralgalaxie sein dürfte. 

Links im WWW
ESA Hubble Information Centre
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