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ERDE
Gewaltiger Einschlag sorgte für größtes Artensterben

von Stefan Deiters
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23. Februar 2001

Das größte Artensterben auf der Erde fand vor rund 250 Millionen Jahren statt. In wenigen tausend Jahren verschwanden 90 Prozent der Lebewesen im Wasser und 70 Prozent der Wirbeltiere an Land. Ein Wissenschaftler-Team hat nun den damaligen Killer überführt: Es war ein Komet oder Asteroid von sechs bis zwölf Kilometer Durchmesser. 

Einschlag
Ein Asteroiden- oder Kometeneinschlag vor 250 Millionen Jahren sorgte für das größte Artensterben in der Erdgeschichte. Darstellung: Don Davis/NASA

Die in der heutigen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science veröffentlichten Ergebnisse sind das Resultat mehrjähriger Untersuchungen. Allerdings war nicht etwa der Einschlag eines Asteroiden oder Kometen die Ursache für das breite Artensterben auf der Erde, sondern die daraus resultierenden Veränderungen wie vermehrte Vulkanausbrüche, Änderungen im Sauerstoffgehalt der Ozeane, des Meeresspiegels und des Klimas. Erst dadurch, so erläutert Luann Becker von der Universität von Washington, ist es zu einem so umfangreichen Artensterben gekommen.

"Die Arten, die sich nicht den neuen Bedingungen anpassen konnten, verschwanden. Das war wirklich das Prinzip, nachdem nur der Stärkste überlebt", so Becker. "Um 90 Prozent der Arten zu vernichten, muss man sie schon von mehreren Seiten angreifen." Die Wissenschaftler haben keinerlei Vorstellung davon, wo der gewaltige Einschlag vor 250 Millionen Jahren stattfand - damals gab es auf der Erde nur einen Superkontinent namens Pangea. Allerdings hat der Asteroid oder Komet seine Fingerabdrücke hinterlassen: So weisen Proben von Gesteinschichten aus Japan, China und Ungarn aus dieser Zeit eine  erhöhte Konzentration an einer bestimmten Art von komplexen Kohlenstoffmolekülen, von sogenannten Buckminster-Fullerenen, auf. Diese Moleküle werden wegen ihrer fußballähnlichen Struktur auch Buckyballs genannt.

Eingeschlossen in diesen Buckyballs fanden die Forscher Helium und Argon und zwar in einer Zusammensetzung, die absolut untypisch für irdische Gase ist. Daher sind sich die Wissenschaftler sicher, dass die Buckyballs samt eingeschlossener Gase in einem Asteroiden oder Kometen auf die Erde gelangt sind. Wie groß dieser war, kann allerdings nur sehr grob abgeschätzt werden. Vermutlich hatte er in etwa die Größe des Asteroiden, der auch vor rund 65 Millionen Jahren in Mexiko einschlug und für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich gemacht wird - zwischen sechs und zwölf Kilometern Durchmesser. Wäre er kleiner gewesen, dürfte er keine globalen Folgen gehabt haben, ein größerer Brocken hingegen hätte für weitaus mehr gasgefüllte Buckyballs gesorgt.

Das Artensterben vor rund 250 Millionen Jahren war der Wissenschaft schon seit längerem bekannt, da sich aus der Zeit davor viele Fossilien finden lassen, die dann aber plötzlich sehr stark abnehmen - in einem Zeitraum von nur 8.000 bis 100.000 Jahren. "Das ist erdgeschichtlich gesehen nur eine Mikrosekunde", meint Becker. Einschläge von Asteroiden oder Kometen sind - so glauben zumindest viele Forscher - nicht nur das Grund für Artensterben. Die kosmischen Brocken könnten auch wichtige Bestandteile auf die Erde gebracht haben, die Leben erst ermöglichten. Zudem glauben Wissenschaftler, dass nahezu alles Wasser auf der Erde von Kometen stammt.

siehe auch
Asteroiden: Außerirdische Gase im "Buckyball" - 22. März 2000
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