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GALAXIENGRUPPEN
Unsere galaktische Heimat nichts Besonderes
von Stefan Deiters
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21. Februar 2001

Unsere lokale galaktische Umgebung scheint im Universum nichts Besonderes zu sein. In einer groß angelegten Untersuchung fahndeten amerikanische Astronomen nach  Galaxiengruppen, die dem System Andromeda/Milchstraße ähneln und fanden eine ganze Mengen davon. Ein Schlussfolgerung der Arbeit: Kollision und Verschmelzung von Galaxien dürften deutlich langsamer ablaufen als bislang angenommen. 

Abell 754
In Abell 754 dürften vor nicht allzu langer Zeit zwei Galaxien verschmolzen sein. Die weißen Linien verdeutlichen die Verteilung von heißem, Röntgenstrahlen aussendenden Gas. Foto: Ann Zabludoff, Universität von Arizona

Für Kosmologen ist es nicht mehr lange hin, für uns wirklich kein Grund zur Beunruhigung: In wenigen Milliarden Jahren werden unsere Milchstraße und die Andromeda-Galaxie kollidieren und eventuell zu einer neuen, elliptischen Galaxie verschmelzen. Unsere Milchstraße ist - genau wie Andromeda - von einem Schwarm kleiner Zwerggalaxien umgeben, die derzeit noch zu weit voneinander entfernt sind, um sich gegenseitig zu beeinflussen. Nach der Kollision aber, könnten die beiden Zwerggalaxien-Schwärme zusammen einen neue Gruppe von Zwerggalaxien um die neu entstandene Galaxie bilden.

Für Astronomen ist es nun interessant herauszufinden, ob unsere lokale Umgebung, die von Milchstraße und Andromeda-Galaxie dominiert wird, typisch ist für Galaxiengruppen im Universum. Wenn das nämlich so wäre, könnte man anhand der lokalen Gegebenheiten studieren, in welcher Umgebung sich Galaxien entwickeln. "Zur Zeit geht man davon aus, dass unsere lokale galaktische Nachbarschaft recht gewöhnlich für Galaxien ist und dass sich die meisten Galaxien in kleinen Gruppen befinden, die vielleicht noch ein wenig komplexer und galaxienreicher sein könnten," erläutert Ann Zabludoff von der Universität von Arizona.

Die Untersuchung solcher Galaxiengruppen ist nicht leicht: Die meisten näheren Galaxien liegen in Galaxiengruppen, die nur weniger als fünf helle Galaxien haben. Zudem sind die Astronomen mit dem Problem konfrontiert, dass sie herausfinden müssen, ob Galaxien wirklich zu einer Gruppe gehören oder aber nur zufällig in der Sichtlinie als eine Gruppe erscheinen. Mit einem speziellen Spektrographen, der in der Lage ist gleichzeitig die Spektren von über hundert Galaxien aufzunehmen, begannen Zabludoff und ihr Kollege John Mulchaey 1994 mit einer detaillierten Suche nach entfernteren Galaxiengruppen. Sowie die beiden Forscher zwei oder mehrere Galaxien entdeckten, die zu einer Gruppe zu gehören schienen, versuchten sie auch die lichtschwächeren Mitglieder aufzuspüren.

"Genau das konnten wir mit dem Spektrographen sehr effizient tun", so Zabludoff, "und auf diese Weise herausfinden, wie viele lichtschwache Galaxien sich in der Umgebung der hellen aufhielten. Und wir fanden eine Menge. Zum ersten Mal erkannten wir, dass es viele Galaxiengruppen gibt, die unserer eigenen lokalen Gruppe sehr ähnlich sind." Mit diesem neuen Datenmaterial erhoffen sich die Forscher nun auch neue Hinweise auf die Dynamik in den entfernten Galaxiengruppen, aus der man dann auf deren Materiegehalt schließen kann.

"Einige unserer interessantesten Ergebnisse betreffen die Verteilung von Dunkelmaterie in den anderen Galaxiengruppen", erläutert Zabludoff. Wie die Dunkelmaterie verteilt ist hat direkte Auswirkungen auf die Kollisionen und Verschmelzungen in den Gruppen. Bislang nahmen Astronomen an, dass dies sehr schnell passieren und die Gruppen damit relativ schnell verschwinden sollten. "Unsere Daten geben nun Hinweise darauf, dass Galaxien sehr viel langsamer kollidieren und verschmelzen als man bisher geglaubt hat." Das könnte auch erklären, warum es so viele Galaxiengruppen ähnlich unserer lokalen Gruppe gibt. Das war nämlich - mit der angenommenen höheren Kollisionsgeschwindigkeit - den Astronomen bislang ein Rätsel.

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