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SONNE
Magnetfeld hat sich umgedreht

von Stefan Deiters
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16. Februar 2001

Man sieht es ihr nicht an, aber unser Zentralgestirn hat gerade eine bedeutende Veränderung hinter sich: Das solare Magnetfeld hat sich umgekehrt, der magnetische Nordpol zeigt nun nach Süden. Für die Forscher ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich die Sonne gerade auf dem Höhepunkt ihrer Aktivität befindet.

"Das passiert immer, wenn die Sonne gerade das Maximum ihrer Aktivität durchläuft", erläutert Sonnenphysiker David Hathaway vom Marshall Space Flight Center der NASA. "Der Wechsel der magnetischen Pole findet immer dann satt, wenn es am meisten Sonnenflecken gibt. Damit ist diese Veränderung des Magnetfeldes ein guter Indikator dafür, dass wir uns jetzt tatsächlich in einem solaren Maximum befinden." 

Die Sonne durchläuft einen elfjährigen Aktivitätszyklus, der sich schon allein aus der Zählung von Sonnenflecken auf unserem Zentralgestirn ableiten lässt. Bis zum Jahr 2012 wird daher der magnetische Nordpol der Sonne auf deren Südhalbkugel zu finden sein, danach ist für elf Jahre wieder alles beim Alten. Dass sich ein Magnetfeld einfach so umkehrt ist so ungewöhnlich nicht: Auch das Magnetfeld der Erde wechselt hin und wieder, nur nicht in einem solch regelmäßigen Rhythmus wie das unserer Sonne: Zwischen einem Wechsel können hier zwischen 5.000 und 50 Millionen Jahren vergehen. Der letzte Wechsel des irdischen Magnetfeldes fand vor etwa 740.000 Jahren statt. Wann der nächste ansteht, kann keiner vorhersagen.

Der Wechsel der Pole ist nach Ansicht der Forscher darauf zurückzuführen, dass die gewaltigen Ströme auf der Sonnenoberfläche - vereinfacht gesagt - Teile des nach Süden gerichteten Magnetfelds in den Norden verlagern und umgekehrt, so dass das Magnetfeld erst immer schwächer wird und dann schließlich mit umgekehrter Ausrichtung wieder anwächst. Die Auswirkungen auf den vom Magnetfeld der Sonne beeinflussten Bereich, die so genannte Heliosphäre, sind außerordentlich kompliziert. Diese Blase, die bis in die äußeren Regionen unseres Sonnensystem reicht, verschwindet nämlich nicht einfach wenn das Magnetfeld die Ausrichtung ändert. Sie hat eine sehr komplexe Struktur, was unter anderem auf die Drehung unseres Zentralgestirns zurückzuführen ist.

Dank der Sonnensonde Ulysses hoffen die Forscher während dieses Sonnenmaximums auf neue Informationen über unseren Zentralstern. Die Sonde hat gerade den Sonnensüdpol überflogen und wird Ende des Jahres den Nordpol der Sonnen untersuchen können. Da Ulysses dies auch schon 1994 und 1996 - zum solaren Minimum - tat, haben die Wissenschaftler wichtige Vergleichswerte zur Hand, die helfen könnten, so manchem Rätsel unserer Sonne auf die Spur zu kommen. 

siehe auch
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