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SUBARU
Blick ins Sternentstehungsgebiet S106
von Stefan Deiters
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15. Februar 2001

Eine Aufnahme des japanischen 8,2 Meter Subaru-Teleskops auf Hawaii erlaubt einen tiefen Blick ins Zentrum des rund 2.000 Lichtjahre von der Erde entfernten Sternentstehungsgebiets S106. Im Zentrum der Region liegt ein großer massereicher Stern, der für das eigentümliche Erscheinungsbild des Nebels verantwortlich sein dürfte. Auch eine Vielzahl Brauner Zwerge konnten die Forscher aufspüren.

S106
Das rund 2.000 Lichtjahre von der Erde entfernte Sternentstehungs-Gebiet S106 durch das japanische Subaru-Teleskop auf Hawaii gesehen. Foto: Subaru Teleskop, NAOJ
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Dominiert wird das Sternentstehungsgebiet S106 von dem massereichen Stern IRS4 (für Infrared Source 4) im Zentrum. Dabei handelt es sich um einen vermutlich 100.000 Jahre alten Stern, der 20mal mehr Masse haben dürfte als unsere Sonne. Das äußere Erscheinungsbild des ihn umgebenden Nebels dürfte auf Material zurückzuführen sein, das von IRS4 ins All hinausgeblasen wird. Eine riesige Scheibe aus Gas und Staub, die um den Zentralstern rotiert, sorgt für die Verengung in der Mitte.

Die vom IRS4 ausgehende Ultraviolett-Strahlung ionisiert das umliegende Wasserstoff-Gas und erzeugt auf diese Weise eine sogenannte HII-Region. Wenn der angeregte Wasserstoff seine Energie wieder abgibt, sendet er eine bläuliche Strahlung aus, die man im Inneren des Nebels sehen kann. Astronomen nennen dies daher einen Emissions-Nebel. Bei den rötlichen Bereichen handelt es sich um Strahlung, die direkt von Staubpartikeln reflektiert wurde. Dies nennen Wissenschaftler einen Reflexionsnebel. Der Infrarot-Blick des Subaru-Teleskops offenbart eindrucksvoll die Strukturen der beiden verschiedenen Nebel, die auf im sichtbaren Bereich des Lichtes aufgenommenen Bildern schlecht oder gar nicht zu sehen sind. 

Beim Studium dieser Aufnahme entdeckten die Forscher auch eine große Anzahl von sehr lichtschwachen jungen Objekten, deren Masse so gering ist, dass die nuklearen Fusionsprozesse, die unsere Sonne zum Leuchten bringen, nie in Gang kommen werden. Man bezeichnet diese Objekte als Braune Zwerge. Die masseärmsten unter ihnen, dürften nur wenig mehr Masse haben als Jupiter und werden daher unkorrekter Weise auch hin und wieder "Planeten" genannt. Dies wären sie allerdings nur, wenn sie eine Sonne umkreisen würden. Richtiger ist es somit, so das Beobachterteam auf Hawaii, diese Objekte, die auch in anderen Sternentstehungsgebieten gefunden wurden, schlicht als "freifliegende kleine Objekte" zu bezeichnen. 

Links im WWW
Subaru Telescope, NAOJ
siehe auch
Subaru: Erster Blick ins All - 2. Februar 1999
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