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SONNENÄHNLICHE STERNE
Am Puls von Beta Hydris

von Stefan Deiters
astronews.com
31. Januar 2001

Ein internationales Astronomenteam stellte jetzt präzise Messungen der Oszillationen eines sonnenähnlichen Sterns vor. Aus den Daten erhoffen sich die Forscher neue Einblicke in die innere Struktur der fernen Sonne und Rückschlüsse auf die Gültigkeit aktueller Theorien über Sternentwicklung.

Pulsierender Stern
Skizze eines pulsierenden Sterns. Darstellung: Universität von Sydney/Tim Bedding.

Der untersuchte Stern Beta Hydris liegt im südlichen Sternbild Südliche Wasserschlange und ist was Masse und Temperatur betrifft unserer Sonne recht ähnlich. Allerdings ist Beta Hydris deutlich älter: Die Astronomen schätzen den Stern auf rund sieben Milliarden Jahre. Unsere Sonne hat ein Alter von etwa viereinhalb Milliarden Jahren. "Beta Hydris gibt uns einen Eindruck davon wie unsere Sonne in einigen Milliarden Jahren aussehen wird", erläutert Tim Bedding von der Universität von Sydney, der zusammen mit Kollegen aus Amerika, Australien, Dänemark und der Schweiz den Stern mit dem 3,9 Meter Anglo-Australian Telescope untersuchte. 

Durch das Studium solcher Sterne hoffen die Forscher überprüfen zu können, ob ihre Theorien über die Entstehung, die Struktur und auch das Ende von sonnenähnlichen Sternen stimmen. Dazu werden Ergebnisse von Computermodellen mit aktuellen Messungen verglichen. Das Team um Bedding interessierte sich nun für kleine Schwankungen in der Geschwindigkeit des Materials was sich auf oder nahe der Oberfläche des Stern bewegt. Diese kleinen Oszillationen, die eine Periode von nur wenigen Minuten haben, wurden bei unserer Sonne 1979 entdeckt. Diese pulsiert mit einer Periode von fünf Minuten. Bei Beta Hydris erwarteten die Forscher eine etwas längere Periode, da der Stern deutlich älter ist. Aus ihren Modellen sagten sie eine Oszillations-Periode von 15 bis 20 Minuten voraus und haben tatsächlich einen Wert von 17 Minuten gemessen.

Ähnlich wie Seismologen Schallwellen zur Untersuchung des Erdinneren verwenden, wollen auch die Astronomen mit diesen Oszillationen etwas über das Innere des Sterns etwa über Temperatur, Rotation und Zusammensetzung erfahren. "Diese Wellen auf Beta Hydris zu entdecken ist wie den Puls eines Sterns zu fühlen", so Paul Butler von der Carnegie Instititution of Washington. "Genau wie einem der Puls eines Menschen etwas über das Herz verrät, können wir dank dieser Oszillationen tief ins Innere des Sterns blicken und etwas über die Bedingungen dort erfahren."

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