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MARS
Magma enthielt einst viel Wasser
von Stefan Deiters
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26. Januar 2001

Aus der Analyse eines Marsmeteoriten folgerten amerikanische Wissenschaftler, dass das Magma des roten Planeten einst einen beträchtlichen Anteil an Wasser enthielt. Dieses Wasser könnte, so schreiben die Forscher in einem gestern in der Zeitschrift Nature erschienenen Artikel, auch für den vermuteten urzeitlichen Ozean und die Kanäle auf dem roten Planeten verantwortlich sein.  

Mars
War in Magma eingeschlossenes Wasser die Quelle für einen Marsozean? Foto: NSSDC/NASA

Dass es auf unserem Nachbarplaneten Mars einst einen Ozean gab, gehört heute fast schon zur gängigen Lehrmeinung. Und auch für die eigentümlichen Kanäle wird gerne fließendes Wasser verantwortlich gemacht. Doch vorher dieses Wasser gekommen ist, darüber gibt es bisher nur Spekulationen. Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und anderer Institute haben nun eine neue Erklärung parat: Das Wasser könnte in vulkanischem Magma enthalten gewesen und bei Vulkanausbrüchen ausgedampft sein.

Interessanterweise ist der Wasseranteil von bisher untersuchten Marsmeteoriten sehr gering, doch ergab die neue Studie, dass das Magma, was einst das Material bildete aus dem später einmal ein Marsmeteorit werden sollte, bis zu zwei Prozent Wasseranteil enthalten haben muss. Als das Magma die Oberfläche des Planeten erreichte, wurde das Wasser als Wasserdampf frei. Dies würde, so die Forscher, darauf hindeuten, dass in einer früheren Zeit Wasser in den tiefen Regionen des Mars zirkulierte und auch an die Oberfläche gelangte - ganz ähnlich wie es auch auf der Erde passierte. 

Die Befunde erhielten die Forscher durch Untersuchungen des Marsmeteoriten Shergotty, der 1865 in Indien entdeckt wurde. Der fünf Kilo schwere Brocken ist rund 175 Millionen Jahre alt und stammt eventuell aus der vulkanischen Tharsis-Region des Mars. Sein Wassergehalt beträgt nur 130 bis 350 Teile pro Millionen Teile, doch untersuchten die Wissenschaftler, wie hoch der Wassergehalt einmal gewesen sein muss, um die Existenz anderer Mineralien in dem Gesteinsbrocken zu erklären und kamen so auf einen Wassergehalt von rund zwei Prozent.

Das Magma entstand, so die Theorie, im Inneren des Mars. Beim Aufstieg in weniger tiefe Bereiche traf es auf kühleres Gestein, das Wasserstoff-haltige Mineralien enthielt, die durch das heiße Magma aufgelöst wurden. So gelangte der Wasserstoff in das Magma. Dieser Grundbaustein des Wassers war nun im Magma gebunden und veränderte sich auf seinem Weg durch das Marsinnere. Das im Magma enthaltene Wasser konnte schließlich verdampfen sobald das Magma in einem Vulkanausbruch an die Oberfläche gelangte. 

siehe auch
Mission Mars - Die Erforschung des roten Planeten
AstroLinks: Mars
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