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CASSINI
Keine Blitze auf der Venus?
von Stefan Deiters
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19. Januar 2001

Die Saturnsonde Cassini, die Ende des vergangenen Jahres den Jupiter passierte, flog 1998 und 1999 an der Venus vorüber. Forscher versuchten dabei, ein lange bestehendes Rätsel zu lösen: Entladen sich in der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten Blitze? Die Ergebnisse der Messungen von Cassini - gestern im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht - sind deutlich: Wenn es Blitze gibt, dann unterscheiden sie sich sehr von irdischen Blitzen. 


Cassinis Vorüberflug an der Venus. Darstellung: JPL/NASA/D. Seal

Cassini war im Juli 1999 und im April 1998 an Venus vorübergeflogen und der Wissenschaftler Donald Gurnett, von der Universität Iowa, wollte diese Gelegenheit nutzen, um ein lange bestehendes Rätsel um die Atmosphäre unseres Nachbarplaneten zu lösen: Im Jahr 1978 nämlich hatte eine russische Venussonde Signale aufgefangen, für die manche Forscher Blitze in der Venusatmosphäre verantwortlich machten. Andere waren sich hier nicht so sicher, obgleich ein Jahr später auch mit einer amerikanischen Sonde entsprechende Aufzeichnungen gemacht wurden. 1990 flog Galileo an der Venus vorüber und fand wieder Hinweise auf Blitze. Die Sonde war jedoch damals rund 70 Mal weiter von der Venus entfernt als Cassini bei ihren Passagen, so dass man sich von der Saturnsonde eindeutigere Ergebnisse versprach.

Die Wissenschaftler nutzten zur Suche nach Blitzen das Radio and Plasma Wave Science Instrument an Bord der Sonde, mit dem sie spezielle Radiosignale auffangen können, die durch Blitzentladungen verursacht werden. So können Blitze auch während Gewittern auf der Erde die Ausstrahlung von Radiosendungen stören. Als Cassini im August 1999 die Erde passierte, konnte man mit dieser Methode zahlreiche Blitze nachweisen. Bei den beiden Vorüberflügen an Venus allerdings, fand die Sonde keinerlei Hinweise auf Blitze in der Atmosphäre.

"Wenn es also Blitze in der Venusatmosphäre gibt, sind sie entweder ausgesprochen selten, oder sehr unterschiedlich von irdischen Blitzen", erläutert Gurnett. "Wenn es den irdischen Blitzen ähnliche Blitze in dem Bereich der Venusatmosphäre gegeben hätte, die Cassini beobachtet hat, hätten wir sie leicht entdecken können." Das bedeutet also nicht, dass Venus frei von elektrischen Entladungen in der Atmosphäre ist: "Die Atmosphäre von Venus unterscheidet sich so deutlich von der der Erde, dass es nicht überraschend wäre, wenn die elektrischen Aktivitäten dort deutlich anders ablaufen als bei uns", meint Gurnett. So könnten sich Blitze von Wolke zu Wolke entladen, was - zumindest auf der Erde - nicht zu so deutlichen Signalen führt, wie ein Blitzeinschlag auf den Boden. 

Links im WWW
Cassini, Projekthomepage am JPL
siehe auch
AstroLinks: Venus
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