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Das Sternbild Orion gehört zu den bekanntesten Wintersternbildern und ist auch für Profi-Astronomen von erheblichem Interesse: Unterhalb der Gürtelsterne des Himmelsjägers befindet sich nämlich eines der nahegelegensten und aktivsten Sternentstehungsgebiet unserer Milchstraße - der Orion-Nebel. Die europäische Südsternwarte (ESO) veröffentlichte nun ein neues Infrarot-Bild dieser Region, das beeindruckende Details zeigt.
Doch das ist nicht die ganze Wahrheit: In Wirklichkeit besteht der Trapez-Haufen aus rund tausend Sternen, die im sichtbaren Bereich des Lichtes einfach nicht auszumachen sind. Diese recht jungen, nur etwa eine Millionen Jahre alten Sonnen, ballen sich in einem Gebiet, das kleiner ist als die Entfernung unserer Sonne zum nächsten Stern. Sie offenbaren sich erst im infraroten Bereich des Lichtes und sind deutlich in der obigen Aufnahme zu sehen, die Marc McCaughrean vom Astrophysikalischen Institut in Potsdam und seine Kollegen an einer Teleskopeinheit des Very Large Telescope machten. Das sichtbare Licht wird nämlich durch die große Menge an Staub und Gas, die von der Sternentstehung übriggeblieben ist, verschluckt. Erst in anderen Wellenlängenbereichen spielen diese Effekte keine so große Rolle mehr und man kann den wahren Trapez-Haufen erkennen. Diese Region war in den letzten Jahren Beobachtungsziel vieler Weltklasse-Teleskope, doch dieses Bild des VLT ist der bislang tiefste Blick in diese Region, den die Astronomen in einer so großräumigen Aufnahme gewonnen haben. Dies ist neben dem guten Auflösungsvermögen des europäischen Teleskops auch den exzellenten Wetterbedingungen zu verdanken, die während der Beobachtung auf dem Gipfel des Paranal in Chile herrschten. Das VLT könnte rein theoretisch bis zu dreimal bessere Aufnahmen machen als das Hubble-Weltraumteleskop, was jedoch durch die Störungen der Atmosphäre verhindert wird. Allerdings erreicht die Qualität der Bilder bei exzellenten atmosphärischen Bedingungen schon die des Weltraumteleskops. So konnten die Astronomen beispielsweise auch mit dem VLT bei einigen der Sterne im Trapez-Haufen kleine Staubscheiben ausmachen - bislang war dies nur mit Hubble gelungen. Manche Astronomen behaupteten im Orion-Nebel frei fliegende Planeten ausgemacht zu haben, die etwa fünf bis 15 Mal größer sind als Jupiter. McCaughrean ist da skeptisch: "Diese Objekte Planeten zu nennen ist zwar faszinierend, doch basiert es auf einer ganzen Reihe von Annahmen. Für mich sind das eher alte Braune Zwerge, die sich in einer früheren Phase von Sternentstehung gebildet haben." Zudem sei die Bezeichnung Planeten irrführend: Eine Planet würde sich ja - nach dem allgemeinen Verständnis - um eine Sonne bewegen. "Wir sollten diese Objekte besser massearme Braune Zwerge nennen." Unter anderem auch die Frage nach der Natur dieser Objekte soll mit der laufenden VLT-Studie beantwortet werden. Das jetzt veröffentlichte Foto ist da nur ein Vorgeschmack, was im Rahmen des großangelegten Forschungsprogramms noch an Bildern und neuen Erkenntnissen über das Herz des Orion-Nebels zu erwarten ist.
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