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MARSKANÄLE
Statt Fluten eher Eis?

von Stefan Deiters
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17. Januar 2001

Einige der sogenannten Marskanäle, könnten nicht - wie von vielen Forschern angenommen - durch katastrophale Fluten auf dem roten Planeten entstanden sein, sondern durch Ströme von Eis. Zu diesem Schluss kam zumindest Dr. Bärbel K. Lucchitta vom U.S. Geological Survey als sie die Geländestrukturen auf dem Mars mit denen in der Antarktis verglich. Ihre Ergebnisse erscheinen in der Februar-Ausgabe der Geophysical Research Letters der American Geophysical Union

Antarktis
Ein Vergleich zwischen Eisströmen in der Antarktis (oben) und dem Aris Vallis auf dem Mars. Foto: American Geophysical Union
Marskanal

Die Kanäle auf dem Mars können einige zehn Kilometer breit und mehrere Hundert Kilometer lang sein und ähneln damit von der Größe her einigen der Eiströme, die Lucchitta in der Antarktis näher untersucht hat. Das Eis in der Südpolarregion der Erde würde in Strömen innerhalb der Eisschichten langsam zum umliegenden Ozean fließen. Die Marskanäle kämen aus einem Gebiet mit einer recht chaotischen Geländestruktur und würden in der großen nördlichen Ebene enden, die viele für das Becken eines urzeitlichen Ozeans halten.

Sowohl die antarktischen Eisströme als auch einige der Marskanäle würden unterhalb des Meeresspiegels liegen, den man auf dem roten Planeten als den hypothetischen Wasserstand des Ozeans in der nördlichen Ebene definiert. Durch den Vergleich von Satellitenbildern entsprechender Antarktisregionen mit Kanälen auf dem Mars konnte Lucchitta zeigen, dass die Strukturen auf dem Mars ähnlich aussehen, wie antarktische Kanäle, die von Eisströmen geformt wurden. Dabei verglich sie den Rutford Eisstrom mit dem Ares Vallis auf dem Mars. Beide Ströme schlängeln sich um eine Insel - in der Antarktis besteht diese aus festerem Eis - und münden schließlich ins Meer (unsere Bilder). Die Konfiguration der beiden Ströme, so die Forscherin, sei identisch.

Das Ares Vallis auf dem Mars, folgert Lucchitta, war einmal mit einem Material gefüllt, das die gleichen Charakteristiken hatte wie fließendes Eis, das in einen eisbedeckten Ozean fließt. Sie hält es sogar für möglich, dass sich unter Staub noch Spuren des Eises erhalten haben könnten oder sich zumindest vor Ort nähere Hinweise auf den Eisstrom finden lassen müssten. Und noch etwas ergibt sich aus der Untersuchung: "Die Beobachtungen sprechen sehr stark dafür, dass es tatsächlich einmal in der nördlichen Ebene des Mars einen Ozean gab", so Lucchtitta.

Unterschiede zwischen Eisströmen auf der Erde und auf dem roten Planeten gibt es allerdings auch: Während auf der Erde die Ströme aus den Eisschichten der Antarktis kommen, dürften sie ihren Ursprung auf dem Mars von Flüssigkeiten haben, die aus dem Untergrund heraussprudeln. Außerdem fließt das Eis in der Antarktis zwischen Wänden aus Eis, während es auf dem Mars durch Felsen in seiner Bahn gehalten wurde.

siehe auch
Mission Mars - Die Erforschung des roten Planeten
AstroLinks: Mars
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