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GALAXIEN 
Oft nur die Spitze des Eisbergs
von Stefan Deiters
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17. Januar 2001

Wenn man etwas über weit entfernte Galaxien erfahren möchte, lohnt es sich zuweilen, ähnliche Objekte in der näheren Umgebung zu untersuchen. Genau dies machten einige Wissenschaftler mit dem Hubble-Weltraumteleskop: Die Astronomen untersuchten 37 nahegelegene Galaxien, um herauszufinden, warum entfernte Galaxien sich oft so deutlich von diesen unterscheiden. Eine mögliche Antwort: Vielleicht sieht man einfach nicht alles.  

NGC 3310, ESO0418-008, UGC0671-2
Drei der von Hubble untersuchten nahen Galaxien. Foto: NASA, Rogier Windhorst (Arizona State University) und das Hubble mid-UV-Team

Sehen weit entfernte Galaxien wirklich so ungewöhnlich aus, wie sie auf manchen Bildern erscheinen, oder handelt es sich hierbei vielmehr um eine "kosmische Täuschung", da wir wegen der großen Entfernung nur die hellsten Bestandteile der fernen Galaxien sehen können. So unwahrscheinlich ist diese Vermutung nicht: Das Licht von weit entfernten Galaxien ist oft oft Milliarden Jahre unterwegs und wird auf seinem Weg durch die allgemeine Expansion des Universums quasi gedehnt. Dadurch verschiebt sich die Wellenlänge des Lichtes beispielsweise vom sichtbaren Bereich in den Infrarotbereich, wo moderne Instrumente weniger empfindlich sind. Junge Sterne in den fernen Galaxien hingegen senden hauptsächlich ultraviolettes Licht aus, was auf dem Weg zur Erde in den sichtbaren Bereich des Lichtes verschoben wird, so dass man diese Regionen der Galaxien sehen kann. So könnte man es bei Beobachtungen von entfernten Galaxien mit einer Art Puzzle zu tun haben, bei dem einige Teile fehlen.

Aber wie sehen nun die entfernten Galaxien wirklich aus? Um das herauszufinden, schauten sich Astronomen 37 relativ nahe gelegene Galaxien mit dem Hubble- Weltraumteleskop an. Und dies taten sie nicht nur im sichtbaren Bereich des Spektrums sondern auch im ultravioletten Licht, so dass sie die beobachteten Galaxien mit ihren entfernten Verwandten vergleichen konnten. Das Ergebnis der Untersuchung stützt die Vermutung, dass man oft nur die "Spitze des Eisbergs" sieht, wenn man entfernte Galaxien betrachtet und viele dieser entfernten Objekte gar sich so ungewöhnlich aussehen, wie es auf den ersten Blick erscheinen.

Drei der untersuchten Galaxien sind im obigen Bild zusammengestellt. Im Zentrum der Spiralgalaxie NGC 3310 befinden sich gleichmäßig verteilt junge und alte Sterne. Wenn das immer der Fall wäre, hätte man nicht so große Probleme die wahre Form der entfernten Galaxien zu erkennen. NGC 3310 liegt 46 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Großer Bär. ESO 418-008, 56 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt im südlichen Sternbild Fornax gelegen, ist eine Zwerggalaxie, die deutlich kleiner ist als unsere Milchstraße. Hier findet man verschiedene Sternengenerationen an verschiedenen Orten: Die alten Sterne scheinen rötlich und befinden sich mehr im Zentrum, die jungen blauen Sterne entstehen in den Spiralarmen. 

Das rechte Bild schließlich zeigt die Galaxien UGC 06471 und UGC 06472. Hier wird man Zeuge einer galaktischen Kollision. Sie findet in 145 Millionen Lichtjahren Entfernung im Sternbild Großer Bär statt. Astronomen gehen davon aus, dass solche Kollisionen im frühen Universum an der Tagesordnung waren und zuweilen für Galaxien mit recht ungewöhnlichen Aussehen sorgten. Aus dem Ultraviolett-Bild kann man erkennen, dass es hier große Mengen von Staub geben muss, der von Sternen stammt, die vor oder während der Kollision entstanden sind. Der Staub sorgt für eine Rötung des Sternenlichtes. Eine genauere Untersuchung von in unserer Nähe stattfindenden Kollisionen sollte, so die Hoffnung der Forscher, helfen, die ungewöhnlichen Formen von Galaxien zu erklären, die man in deutlich größeren Entfernungen findet. 

Links im WWW
Original Fotos und Pressemitteilung des STScI
die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
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