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ASTEROIDEN
Ein Kleinplanet namens Greifswald
Redaktion

astronews.com
16. Januar 2001

Freude in der Ostseestadt Greifswald: Seit letzter Woche trägt der Asteroid 1992 RZ offiziell den Namen Greifswald. Der Felsbrocken wurde 1992 mit einem 2-Meter Teleskop in Tautenburg bei Jena ausgespürt. Einziger Wehrmutstropfen für die Astronomie-Fans der Greifswalder Sternwarte: "Greifswald" ist so klein, dass man mit dem dortigen Teleskop Probleme haben dürfte, den "städtischen" Asteroiden aufzuspüren. 

Benennungen von Himmelskörpern geschehen offiziell durch die jeweils zuständige Kommission  der Internationalen Astronomischen Union (IAU). Und diese gab dem Asteroiden 1992 RZ (10114) am 9. Januar 2001 offiziell den Namen "Greifswald". Der Vorschlag zur Benennung geht auf den Entdecker dieses Himmelskörpers, Dr. Lutz Schmadel vom Astronomischen Recheninstitut Heidelberg, zurück. Gemeinsam mit Dr. Freimut Börngen entdeckte Schmadel den Planetoiden am 2. September 1992 mit dem 2-Meter-Teleskop in Tautenburg bei Jena. 

"Wird ein Kleinplanet entdeckt, bekommt er zunächst eine Nummer - in diesem Fall war es die Bezeichnung 1992RZ (10114)", erläutert Dr. Holger Kersten vom Greifswalder Sternwarten-Verein die Geschichte "ihres" Asteroiden. "Erst wenn der Himmelskörper nach einem weiteren Umlauf zweifelsfrei wieder aufgefunden und seine Bahn exakt bestimmt werden kann, erhält der Entdecker das Recht zur Namensgebung. Deshalb liegen zwischen Entdeckung und Benennung oft mehrere Jahre."

Der Kleinplanet (10114) Greifswald hat einen Durchmesser von etwa zwölf Kilometern. In einer Entfernung von fast 450 Millionen Kilometern umrundet er die Sonne auf einer nahezu kreisförmigen Bahn. Für einen Umlauf benötigt Greifswald knapp fünf Jahre. Zuletzt wurde der Himmelskörper von Astronomen am 24. Juni 2000 beobachtet. In diesem Jahr kommt er Mitte Juli in Opposition zur Sonne. "Wegen der großen Entfernung und des relativ kleinen Durchmessers wird es aber selbst mit dem Fernrohr der Greifswalder Sternwarte schwierig sein, den Planetoiden Greifswald zu sehen", meint Kersten. "Aber wir werden es natürlich versuchen!"

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