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STARDUST
Kurzer Vorüberflug an der Heimat
von Stefan Deiters
astronews.com
11. Januar 2001

Eigentlich ist die kleine NASA-Sonde Stardust auf dem Weg zum Kometen Wild 2, von dem sie Proben zur Erde zurückbringen soll. Am kommenden Montag stattet das kleine Raumschiff jedoch seiner Heimat zunächst einen kurzen Besuch ab: Beim Vorüberflug an der Erde soll Stardust Schwung holen, um sein Ziel im Januar 2004 auch erreichen zu können.

Stardust
Stardust  Abbildung: NASA/JPL

"Das ist schon ein wichtiges Ereignis, da es sich um einen  Meilenstein der Mission handelt", erläutert Dr. Donald Brownlee, Professor an der Universität von Washington und verantwortlich für die Mission. "Wir müssen dabei allerdings gar nichts tun, das ist alles reine Himmelsmechanik." Die Arbeit hatte zuvor das Flugteam, das Mitte November, als sich das kleine Raumschiff noch außerhalb der Marsbahn befand, die nötigen Kurskorrekturen vornahm, um Stardust so an der Erde vorüberfliegen zu lassen, dass die Sonde gerade den notwendigen Energieschub durch die Erdanziehungskraft erhält. Durch den Vorüberflug in nur 5.950 Kilometern Entfernung am Mittag des 15. Januar wird der Orbit der Sonde so gestreckt werden, dass die Sonde den Kometen Wild 2 Anfang 2004 erreichen kann. Stardust wird die Erde mit einer Geschwindigkeit von 36.050 Kilometern pro Stunde passieren. 

Beim Kometen angekommen soll Stardust Partikel einfangen, die durch die Einstrahlung der Sonne vom Kometenkern abgeschmolzen werden. "Der wissenschaftliche Teil der Mission liegt im wesentlichen noch vor uns", sagt Brownlee. "Bisher haben wir mit einer Reihen von Problemen mit dem Raumschiff zu kämpfen gehabt, die aber geringer waren als bei anderen Sonden." Die größte Herausforderung für das Flugteam war dabei sicherlich ein Sonnensturm, der das Navigationssystem der Sonde vorübergehend erblinden ließ (astronews.com berichtete).

Doch es gab auch schon interessante wissenschaftliche Ergebnisse, die beispielsweise mit dem Cometary and Interstellar Dust Analyzer erzielt wurden, der vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München betreut wird. Das Instrument fand überraschend große Moleküle im interstellaren Staub. 

Am Montag wird die Sonde Stardust, die am 7. Februar 1999 gestartet wurde, zum ersten Mal zur Erde zurückkehren. Bei der zweiten Rückkehr im Januar 2006 soll sie - wenn alles klappt - eine wertvolle Ladung an Bord haben: Eine Probe des Kometen und interstellaren Staub. In einer kleinen Kapsel soll sie diese dann auf die Erde abwerfen. 

Links im WWW
STARDUST Home Page, Seiten am Jet Propulsion Laboratory
siehe auch
Stardust: NASA-Sonde übersteht Sonnensturm - 22. November 2000
Sonne: Teilchenbombardement von der Sonne
- 10. November 2000
Stardust: Jagd nach 100 Staubkörnern - 24. Februar 2000
Kosmischer Staubsauger
- 7. Februar 1999
AstroLinks: Kometen
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