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JAHRESRÜCKBLICK 2000
Kühne Sonden, Wasser auf dem Mars und ein Heim im All
von Stefan Deiters
astronews.com
29. Dezember 2000

Den letzten Werktag des alten Jahres wollen wir hier bei astronews.com nutzen, um noch einmal auf einige jener Ereignisse aus Astronomie und Raumfahrt zurückzublicken, die das ausklingende letzte Jahr des Jahrtausends für uns bereithielt. Und da gab es so manche ...

Im Januar hatte die NASA noch Hoffnung - ein klein wenig Hoffnung zumindest, ihren Mars Polar Lander auf dem roten Planeten doch noch kontaktieren zu können. Doch auch der letzte Funke Hoffnung war bald verloschen und die amerikanische Weltraumbehörde stand vor dem Scherbenhaufen ihres Marsprogramms. In Zukunft, so die NASA, wolle man alles besser machen, sie verkündete ehrgeizige Pläne für die nächsten 15 Jahre und will im Jahr 2003 gleich zwei Mars-Rover Richtung Mars auf den Weg bringen. Spötter könnten anmerken, dass so die Chancen vermutlich besser sein dürfte, zumindest einen davon später auch kontaktieren zu können.

Doch es gab auch Erfolgsmeldungen vom roten Planeten: Die Sonde Mars Global Surveyor sandte unentwegt Bilder der fernen Welt zur Erde, auf denen die Wissenschaftler im Sommer auch Spuren von flüssigem Wasser auszumachen glaubten. Im Dezember entdeckten die Forscher auf den Aufnahmen sogar Sedimentgestein, das - durch Wasser geformt - Spuren von Leben enthalten könnte, wenn es dieses denn auf dem Mars gab. Hinweise dafür meinen manche in sogenannten Marsmeteoriten ausmachen zu können. Trotz all dem Wirbel, den die NASA - oft rechtzeitig vor Budgetberatungen im amerikanischen Parlament - um ihre Entdeckungen auf dem Mars macht, darf man auch die Europäer nicht vergessen: Auch die planen ein Marsmission und wollen den Mars Express samt Lander Beagle 2 den roten Planeten erkunden lassen. 

Doch nicht nur der Mars hielt die Welt in Atem: Da war noch diese kleine tapfere Sonde Galileo, die in waghalsigen Manövern die großen Monde des Jupiter überflog. Dabei wurden neue Hinweise auf einen flüssigen Ozean unter der eisigen Oberfläche von Europa und auch von Ganymed entdeckt. Und im Februar schwenkte die kleine Sonde NEAR Shoemaker in einer Orbit um den Asteroiden Eros ein und faszinierte die Wissenschaftler seitdem mit Aufnahmen von dieser fernen und unwirklichen Welt. Im Februar 2001 soll das kleine Raumschiff auf dem Asteroiden zerschellen

Auch bei den Teleskopen tat sich einiges: Das Hubble-Weltraumteleskop nahm nach einer Reparatur wieder seinen Beobachtungsbetrieb auf. Der Stolz der Europäer, das Very Large Telescope, näherte sich mit dem  First Light der vierten Teleskopeinheit mehr und mehr der Fertigstellung und das europäische Röntgenteleskop XMM Newton bewies im ausklingenden Jahr seine Leistungsfähigkeit.

Auch die Planetenjäger waren wieder erfolgreich und entdeckten ferne Welten um fremde Sonnen. Eine zweite Erde ist noch immer nicht dabei, sondern lediglich viele Jupiter-ähnliche Riesenplaneten. Allerdings rücken die Exoplaneten näher: Im August verkündete ein amerikanisches Team die Entdeckung eines Planeten um Epsilon Eridani - nur 10,5 Lichtjahre von der Erde entfernt. Und was StarTrek-Fans begeisterte: Epsilon Eridani soll angeblich auch die Sonne sein, um die Mister Spocks Heimatplanet Vulkan kreist. 

Das Jahr 2000 wird sicherlich auch als das Jahr in die Geschichte der bemannten Raumfahrt eingehen, in der die Internationale Raumstation von der ersten Mannschaft bezogen wurde. Im Sommer war endlich das langerwartete Modul Zvezda an die ISS angekoppelt. Und seitdem ging der weitere Ausbau zügig voran. Schlechter sah es für die russische Station Mir aus: Im Frühjahr startete noch einmal eine Crew ins All, um die Station wieder flott zu machen und es gab mit dem ersten Weltraumtouristen auch Ansätze einer Planung für eine kommerzielle Nutzung. Doch die Konzepte konnten nicht überzeugen und auch ein geplanter Börsengang der Betreibergesellschaft MirCorp konnte die Station nicht retten. Ende des Jahres scheint das Schicksal der Mir endgültig besiegelt.

Und dann gab es natürlich noch jede Menge Entdeckungen, Forscherberichte und Arbeiten, über die wir bei astronews.com im zu Ende gehenden Jahr berichteten: Das solare Maximum, das CLUSTER Satelliten-Quartett, der zerbrechende Komet LINEAR-S/4, der deutsche Kleinsatellit CHAMP, die SRTM-Mission mit dem deutschen Astronauten Dr. Gerhard Thiele an Bord und vieles andere mehr. 

Sicherlich wird auch das Jahr 2001 manche astronomische Überraschung bereithalten und Forschungsergebnisse bringen, die vielleicht die ein oder andere wissenschaftliche Theorie ins Wanken bringen. astronews.com wird darüber auch im nächsten Jahrtausend berichten und bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Wissenschaftlern für ihre faszinierende Arbeit, durch die eine Nachrichtenseite wie astronews.com erst möglich wird.

Unseren Leserinnen und Lesern danken wir für die Treue und wünschen für das Jahr 2001 alles Gute.

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