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MILCHSTRASSE
Detaillierte Karte des Zentrums

von Stefan Deiters
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20. Dezember 2000

Ein internationales Astronomenteam hat den interstellaren Staub im Zentrum unserer Milchstraße untersucht und so die bisher genauste Karte dieser Region erstellt. Zu sehen sind gewaltige Ströme von interstellarem Gas und riesige Gaswolken in denen gerade Sterne entstehen. Von den Ergebnissen erwarten die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über diese exotische Region unserer Heimatgalaxie.

Zentrum der Milchstraße
Die neue Sub-Millimeter Karte zeigt Gas- und Staubwolken im Zentrum der Milchstraße. Foto: PPARC/Cambridge University/JAC Hawaii

Die neue Karte, die im Sub-Millimeter-Bereich aufgenommen wurde, dürfte die größte und bisher detaillierteste Untersuchung dieser faszinierenden Region unserer Muttergalaxie darstellen - eine Region, die rund 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. In ihrem Zentrum liegt das Objekt Sagittarius A*, bei dem es sich vermutlich um das zentrale Schwarze Loch unserer Milchstraße handelt mit der ungefähr 2,6 Millionenfachen Masse unserer Sonne. 

"Diese atemberaubende Untersuchung ist größer und viel empfindlicher als alle anderen Studien zuvor", erklärt Douglas Pierce-Price von der Universität in Cambridge. "Es ist die erste detaillierte Karte, die wirklich die gesamte interstellare Materie im galaktischen Zentrum zeigt." Dabei konnten die Astronomen nicht nur auf Monate lange vorsichtige Planung bauen, sondern sie hatten auch eine gehörige Portion Glück: "Während der Beobachtungen hatten wir das klarste und trockenste Wetter, das ich in den letzten zehn Beobachtungsjahren erlebt habe", freut sich Gruppenleiter Dr. John Richer aus Cambridge.  Die Beobachtungen wurden am James Clerk Maxwell Telescope, einem 15-Meter Radioteleskop, auf Hawaii gemacht.

Auf der Karte sind nicht nur Gaswolken zu sehen, sondern auch ein dichtes Netzwerk aus Filamenten, das die Wolken verbindet. Außerdem findet man zahlreiche blasenähnliche Strukturen. Die Ursache für dieses Erscheinungsbild ist den Astronomen noch nicht vollkommen klar ist. Sie vermuten allerdings, dass es durch intensive Winde, Magnetfelder und Supernova-Explosionen entsteht.

Wegen der größeren Entfernung können andere Galaxien, in deren Zentren es vermutlich oft deutlich heftiger zugeht als in unserer Milchstraße, mit den bisherigen Möglichkeiten nicht so detailliert untersucht werden wie das Zentrum unserer eigenen Galaxis. Hier hoffen die Forscher auf den derzeit geplanten Atacama Large Millimetre Array (ALMA), der aus 64 12-Meter Radioteleskopen bestehen wird. Mit ihm könnte man mindestens Hundert Mal besser ins Innere der Galaxien schauen. Mit dem Bau soll im Jahr 2002 begonnen werden.

Links im WWW
James Clerk Maxwell Telescope
ALMA, Projektseite der ESO
siehe auch
Radioastronomie: Blick auf entstehende Sterne und Planeten - 11. Dezember 2000
ALMA: Riesenteleskop in der Wüste
- 16. Juni 1999
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