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XMM
Blick auf das Zentrum von M31
von Stefan Deiters
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19. Dezember 2000

Das europäische Röntgenteleskop XMM Newton richtete seinen Blick unlängst auf das Zentrum unserer großen Nachbargalaxie, den Andromeda-Nebel (M31). Dabei entdeckte der Stolz der europäischen Röntgenastronomie eine ganze Reihe neuer Röntgenquellen sowie heißes Gas, das zur Röntgenleuchtkraft der Galaxie einen nicht unwichtigen Beitrag leistet. Es stammt vermutlich von Supernova-Explosionen.

M31
XMM-Aufnahme des Zentrums der Andromeda-Galaxie. Foto: ESA

Die Andromeda-Galaxie (M31) ist "nur" 2,6 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und wird oft auch als "große Schwester" unserer Milchstraße angesehen, da sie in vielerlei Hinsicht unserer Heimatgalaxie ähnelt. Durch ihre spezielle Lage zu uns, hat man bei Beobachtungen auch mit weniger Staub und anderem störenden Material zu kämpfen, was sie zu einem dankbaren Forschungsobjekt macht. 

Bei Beobachtungen mit dem europäischen Röntgenteleskop XMM-Newton entdeckte man nun über hundert Röntgenquellen, von denen ein beträchtlicher Anteil vorher unbekannt war. "XMM-Newton hat uns erlaubt mehr zu machen, als nur Röntgenquellen zu entdecken", freut sich Dr. Robert Shirey von der Universität von Kalifornien. "Wir konnten sogar die individuellen Eigenschaften von Röntgen-Doppelsternen untersuchen." Röntgen-Doppelsterne sind Systeme, bei denen ein Partner ein normaler Stern ist, von dem Material auf ein kompaktes Objekt - wie etwa einen Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch - hinüberströmt. Das aufgeheizte Gas sorgt dann für die Röntgenstrahlung. Auch in einigen der beobachteten Systeme in M31 vermuten die Forscher Neutronensternen, andere könnten Schwarze Löcher verbergen.

Dank XMM-Newton gelang auch ein einmaliger Blick auf die bisher noch nicht gründlich untersuchte "weiche", also energieärmere, Röntgenstrahlung im zentralen Bereich der Andromeda-Galaxie. Es zeigte sich, dass Teile der Abstrahlung in diesem Bereich keinerlei Strukturen zeigen, was auf weitere nicht aufgelöste massenarme Röntgen-Doppelsterne hindeuten könnte. Rund zehn bis 20 Prozent der Strahlung scheint aber einen absolut anderen Ursprung zu haben: die Wissenschaftler vermuten ein dünnes und extrem heißes Plasma, das Temperaturen von über einer Millionen Grad erreichen kann. "Das heiße Gas wurde vermutlich bei Supernova-Explosionen erzeugt", so Shirey. "Und durch die Messung der Gasmenge, sollten wir darauf schließen können, wie oft es eine Supernova in M31 gibt."

Der Fund des heißen Plasmas im Zentrum der Andromeda-Galaxie könnte ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der Entwicklung dieses Galaxientyps sein. Weitere Ergebnisse erwarten die Wissenschaftler durch zwei weitere Beobachtungen vom M31 mit XMM-Newton. Die Beobachtungszeit dafür ist den Astronomen schon sicher.

Links im WWW
XMM, Projektseite der ESA
siehe auch
XMM: Der entfernteste Quasar - 6. Dezember 2000
XMM: Unentdeckte Schwarze Löcher
- 8. November 2000
XMM: Übergabe an die Wissenschaft
- 28. März 2000
XMM: Erste Bilder veröffentlicht
- 9. Februar 2000
XMM: "Es fliegt so schön"
- 21. Dezember 1999
XMM: Teleskop fotografiert sich selbst
- 13. Dezember 1999
XMM: 174 Spiegel für Europa
- 8. Dezember 1999
XMM: Schülerwettbewerb zum Start - 14. September 1999
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