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VOYAGER
Bald Grenze des Sonnensystems erreicht?
von Stefan Deiters
astronews.com
19. Dezember 2000

1977 verließ die Sonde Voyager 1 die Erde, flog an Jupiter und Saturn vorüber und ist derzeit doppelt so weit von der Sonne entfernt wie der Pluto. In naher Zukunft könnte die Sonde ein für die Wissenschaft hochinteressantes Gebiet erreichen: die turbulente Grenze unseres Sonnensystems. Wann genau das passieren wird, ist unklar, denn wo diese Region beginnt, weiß niemand ganz genau. 

Voyager
Ein Modell der Voyager-Sonden. Foto:  NSSDC/NASA

Schon jetzt verdient die Sonde Voyager 1 den Titel des am weitesten von der Erde entfernten und von Menschen geschaffenen Objektes. Und noch immer bewegt sich die Sonde mit einer Geschwindigkeit, die sie den amerikanischen Kontinent in weniger als vier Minuten überqueren lassen würde, aus unserem Sonnensystem hinaus. Dessen Grenze hat der Veteran allerdings noch nicht erreicht, doch es dürfte nicht mehr lange dauern, bis sie zumindest die ersten Anzeichen davon registrieren kann. Das Voyager-Team am NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) im kalifornischen  Pasadena rechnet damit, dass dies irgendwann innerhalb der nächsten zwei Jahre geschehen wird.

Die Region die Voyager dann erreichen wird, ist - so die Vorstellung der Forscher - ein turbulenter Bereich vor der eigentlichen Grenze der sogenannten Heliopause, jener Region also, in der der Einfluss unserer Sonne dominiert. Während sich die Sonne durch die Galaxis bewegt, ist sie umgeben von einer Blase von Teilchen aus dem Sonnenwind. In der Umgebung der Erde kann man gerade einmal ein halbes Dutzend Ionen in einem Würfel mit einer Kantenlänge von einem Zentimeter ausmachen, in den äußeren Regionen dürften es noch weniger sein.

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Irgendwo - in vielleicht dem hundertfachen Abstand der Erde zur Sonne - kommt dieser Teilchenstrom der Sonne nicht mehr gegen die Partikel des interstellaren Windes an, der - wie ein Fluss die Steine - die Sterne mit ihren jeweiligen Heliopausen "umspült". In dieser Grenzregion wird nun der Sonnenwind zurückgeworfen und es bildet sich eine Schockzone aus. Doch wo diese genau zu finden ist, hängt entscheidend von der Stärke des Sonnenwindes ab und daher weiß niemand, wann Voyager 1 diese turbulente Region erreichen wird. 

"Wir hoffen darauf, dass wir durch die Sonde herausfinden, wie groß die Blase aus Teilchen rund um die Sonne ist und danach zum ersten Mal messen können, wie groß der Druck von den Teilchen im interstellaren Raum ist", erläutert Dr. Edward Stone, Wissenschaftler im Voyager-Projekt am JPL. Allerdings könnte es auch sein, dass sich die Schockzone durch erhöhte Sonnenaktivität ausdehnt - und dies sogar schneller als Voyager fliegt. "Wunderbar wäre es natürlich, wenn wir die Schockzone durchfliegen und sie uns dann erneut einholen würde. Dann könnten wir uns das ein zweites Mal ansehen."

Links im WWW
Voyager Project Home Page, Missionshomepage am JPL
NSSDC Voyager Project Information
, Infoseite der NASA
siehe auch
Voyager: Veteranen im All - 4. März 1999
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