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MIR/ISS
Auch die MirCorp gibt die Mir auf
von Stefan Deiters
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14. Dezember 2000

Fast einen Monat lang hatte die MirCorp geschwiegen, nachdem die russische Regierung entschieden hatte, die Raumstation im Pazifik zu versenken, die die niederländische Firma eigentlich kommerziell vermarkten wollte. In einer jetzt veröffentlichten Erklärung beschrieb die MirCorp ihre weiteren Pläne: Die Bemühungen für die Mir würden eingestellt, das neue Ziel heißt ISS. 

Enterprise
Mit dem ISS-Modul Enterprise soll 2002 ein kommerzielles Bauteil an die Internationale Raumstation andocken. Foto: SpaceHab

Bei einem Treffen des Vorstandes der niederländischen MirCorp in der vergangenen Woche in Moskau, wurde die Beschluss gefasst, die Bemühungen zur Vermarktung der russischen Raumstation Mir einzustellen. Diese Entscheidung dürfte auch den letzten Mir-Fans die Hoffnung nehmen, dass vielleicht doch noch ein Retter für die alternde Weltraumstation gefunden werden würde. Die niederländische Firma, an der der russische Weltraumkonzern RSC Energia mit 60 Prozent beteiligt ist, hatte sich das gesamt Jahr über bemüht, die Raumstation wieder flott zu machen und Investoren zu finden, die an einen kommerziellen Erfolg der Mir glauben. Dazu hatte die MirCorp im Frühjahr sogar zwei Astronauten zur Station geschickt, die die Mir wieder notdürftig reparierten. 

Mitte November hatte dann aber die russische Regierung das endgültige aus für die Mir verkündet: Als Regierungsbehörde, so hieß es damals in Bezug auf das Hin und Her mit der Mir, dürfe man kein "russisches Roulett" spielen und müsse immer die Sicherheit der Station im Auge haben. Daher wurde entschieden, die Geschichte der Mir mit einem kontrollierten Absturz im Pazifik im Februar 2001 zu beenden. 

Die Bemühungen der MirCorp werden sich zukünftig - so die Gesellschaft - auf die Vermarktung eines zu bauenden ISS-Moduls konzentrieren. Die Idee, ein Modul der Internationalen Raumstation für kommerzielle Zwecke zu nutzen, ist nicht neu: So entwickelt die Firma Spacehab Inc. das Modul Enterprise für die ISS, das im Jahr 2002 an den russischen Teil der ISS andocken soll. Interessanterweise ist der MirCorp-Anteilseigner RSC Energia auch an Spacehab beteiligt. Neben einem Labor soll das Enterprise-Modul vor allem ein Multimedia-Zentrum im All bereitstellen.

So wird sich die Vermarktung der bemannten Raumfahrt in der nahen Zukunft wohl ausschließlich auf die ISS beschränken. Den privat-wirtschaftlichen  Firmen kommt dabei zu Gute, dass im Prinzip jedes Land das Recht hat, seinen ISS-Bereich unabhängig zu nutzen. Die Russen verfügen neben den dazu notwendigen Raketen auch über einen gehörigen Geldbedarf, um ihr Raumfahrtprogramm zu finanzieren. Ideale Bedingungen also für Weltraumtouristen und Medienfirmen. In Amerika wird schon spekuliert, dass der Millionär Dennis Tito, der bei der MirCorp einen Flug zur Mir gebucht hatte, bald zur ISS aufbrechen wird.

Und auch in Deutschland ist man nicht untätig: Die Produktionsfirma Brainpool, bekannt für Shows wie TV total oder die Wochenshow, kündigte in dieser Woche an, dass sie Plätze in sieben russischen Soyuz-Rakekten gebucht hätte, um im Rahmen der TV-Reihe Space Commander Kandidaten zur ISS zu schicken. Bleibt nur zu hoffen, dass bei diesem kommerziellen Trubel im All die wissenschaftliche Forschung an Bord der ISS nicht durch irgendwelche "Wochenaufgaben" oder sonstige publikumswirksame Aktionen unter die Räder kommt.

Links im WWW
MirCorp
SPACEHAB Inc.
siehe auch
MIR: Kontrollierter Absturz im Februar 2001 - 17. November 2000
MIR: Optimismus bei der MirCorp
- 24. Oktober 2000
MIR: Die Mir geht an die Börse
- 13. Oktober 2000
MIR: Permanente Crew im nächsten Jahr
- 19. Juli 2000
MIR: Der erste Tourist im All
- 20. Juni 2000

MIR: Kosmonauten bleiben bis Mitte Juni - 24. Mai 2000
MIR: Startschuss für kommerzielle Nutzung
- 4. April 2000
MIR: Wirbelsäule unter der Lupe
- 30. August 1999
ISS und Mir - über den Aufbau und Betrieb der Internationalen Raumstation und der Mir

AstroLinks: Mir
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