Home  |  News  | Forum  |  Links  |  Kalender  | Glossar  | Frag astronews.com  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten
Home  : Nachrichten : Forschung : Artikel

 
EXTRASOLARE PLANETEN
AAT entdeckt drei Exoplaneten
von Stefan Deiters
astronews.com
12. Dezember 2000

Die Entdeckung von gleich drei neuen extrasolare Planeten hat eine Gruppe von Wissenschaftlern gestern bekannt gegeben. Während die neuen Welten an sich im Rahmen der bisheriger Funde liegen, ist zumindest das Teleskop mit dessen Hilfe die Planeten aufgespürt wurden, etwas Neues: Erstmals gelangen Planetenfunde von Australien aus. 


Das Anglo-Australian Telescope. Foto: Anglo-Australian Observatory/David Malin

Ein internationales Wissenschaftlerteam nutzte das 4 Meter Anglo-Australian Telescope (AAT) um die fernen Welten aufzuspüren, die alle Sonnen umrunden, die bis zu 150 Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Größe und Orbit der neu aufgespürten Planeten liegen dabei im Rahmen der bisherigen Planetenfunden. So sind die Massen der Planeten alle in etwa vergleichbar mit der des Gasriesen Jupiter. 

Der kleinste der neu aufgespürten Planeten hat eine Masse von 84 Prozent der Masse des Jupiter und umrundet seine Sonne (den Stern HD 179949 im Sternbild Schütze) alle drei Tage in einem nur sehr geringen Abstand. Astronomen nennen solche Planeten daher "heiße Jupiter". Ein weiterer Planet liegt in einer recht gemäßigten Zone, in der es durchaus Wasser geben könnte: Um den Stern Epsilon Reticuli kreist in einem Abstand vom 1,1fachen des Abstandes der Erde von der Sonne ein Planet mit 1,26fachen Jupitermasse. Trotz der erdähnlichen Bahn dürfte es sich daher eher um einen recht unwohnlichen Gasriesen handeln. Einen weiteren Gasriesen mit der 1,86fachen Jupitermasse spürte das Astronomenteam um Mu Ara im Sternbild Altar auf. 

Seit 1998 haben die Wissenschaftler mit dem Anglo-Australian Telescope über 200 Sterne des südlichen Sternenhimmels nach Anzeichen von Planeten abgesucht und es könnten nach diesen ersten Funden bald weitere folgen: "In drei Jahren kann man nur die Planeten mit kurzen Umlaufzeiten entdecken", erläutert Dr. Chris Tinney vom Anglo-Australian Observatory. "Um auch die zu finden, die einen längeren Orbit haben, muss man länger beobachten." 

Auch die australischen Entdeckungen beruhen auf einem indirekten Nachweis der Planeten. Die Methode macht sich zu Nutze, dass ein um eine Sonne kreisender Planet einen gewissen Einfluss auf seinen Zentralstern ausüben sollte und durch seine Gravitationskraft ein "leichtes Wackeln" des Sterns verursacht. Und genau nach diesem Wackeln suchen die Wissenschaftler und folgern aus ihm auf die Existenz eines Planeten. Die Methode macht auch deutlich, warum man bisher überwiegend Planeten von etwa Jupitergröße aufspüren konnte: Da diese Riesenplaneten einen stärkeren Einfluss auf ihr Zentralgestirn haben, sind sie auch leichter zu entdecken. Eine entfernte zweite Erde bliebe mit dieser Methode bis heute unsichtbar.

Doch auch trotz dieser Einschränkungen sind die Planetenfunde, die bis jetzt gemacht wurden, eine Herausforderung für die Wissenschaft: Da die entfernten Planetensysteme sich so drastisch von unserem Sonnensystem unterscheiden, müssen die Astronomen so manche liebgewordene Theorie über die Entstehung von Planeten überdenken. 

Links im WWW
Anglo-Australian Observatory
siehe auch
Ferne Welten - Auf der Suche nach extrasolaren Planeten und außerirdischem Leben 
AstroLinks: Extrasolare Planeten
Suche | Kontakt | Hilfe
Nachrichten
Forschung
Supernovae: Die eigenartige Supernova SN 2008D

Milchstraße: Das Geheimnis der S-Sterne

Chandra: Neue Methode zum "Wiegen" Schwarzer Löcher

Raumfahrt
Phoenix: Bislang längste Schicht auf dem Mars

SAR-Lupe: Aufklärungssatelliten-Quintett komplett

ISS: Die Zukunft der ISS

Sonnensystem
Jupiter: Tanz der drei roten Flecken

IAU: Vierter Zwergplanet heißt Makemake

Deep Impact: Kleiner blauer Punkt im All

Teleskope
Hubble: Zehn Galaxien in 13 Milliarden Lichtjahren?

Quasare: Tiefer Blick ins Zentrum

Spitzer: Keine organischen Moleküle am Rand von M101

Amateurastronomie
Jupiter: Gasriese in Opposition

Mondfinsternis: Roter Mond am frühen Morgen

Venus: Amateure unterstützen Venus Express

Bookmarken bei
Diesen Artikel bookmarken bei Webnews Diesen Artikel bookmarken bei Mister Wong Diesen Artikel bookmarken bei Google Diesen Artikel bookmarken bei yigg.de Diesen Artikel bookmarken bei furl Diesen Artikel bookmarken bei del.icio.us
 
an.c Home | Nachrichten | AstroNews4U | AstroLinks | AstroGlossar | Frag astronews.com
Forum | Sternenhimmel | Startrampe | TV-Guide | Bild des Tages | Suche | Über uns
Impressum | Werbung
 | Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2008. Alle Rechte vorbehalten.  [ Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung ] W3C
 
Werbung
Werbung
Werbung