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RADIOASTRONOMIE
Blick auf entstehende Sterne und Planeten
von Stefan Deiters
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11. Dezember 2000

Australische Astronomen haben schon allein durch die Lage ihres Kontinents einige der interessantesten astronomischen Objekte im Blick: das Zentrum unser Milchstraße und die Magellanschen Wolken. Bald werden sie auch über das leistungsstärkste 3-Millimeter Radioteleskop verfügen, das einen detaillierten Einblick in die Geburtsstätten jungen Sterne erlauben wird. Ende November feierten die ersten beiden Antennen ihr "First Light".

Australia Telescope Compact Array
Das Australia Telescope Compact Array wird bis zur Fertigstellung von ALMA das leistungsstärkste 3-Millimeter-Teleskop der Welt sein. Foto: CSIRO
Schon seit einiger Zeit sind die Australier dabei, ihr aus sechs 22-Meter-Antennen bestehendes Radioteleskop für den Millimeter-Wellenlängenbereich umzurüsten. Das erfolgreiche "First Light", also die erste astronomische Beobachtung mit den aufgerüsteten Instrumenten, fand mit zwei Antennen am 30. November statt. Damit ist das Australia Telescope das erste Radioteleskop im Millimeter-Wellenlängenbereich auf der Südhalbkugel der Erde und das erste weltweit, das über eine ganz neue Technologie verfügt, in deren Inneren ein auf -253 Grad Celsius gekühlter Mikrochip arbeitet.

Die Südhalbkugel der Erde ist für Astronomen auf der ganzen Welt interessant, da man nur von hier einen Blick auf das Zentrum der Milchstraße und unsere beiden nächsten Nachbargalaxien, die große und die kleine Magellansche Wolke, werfen kann. Daher sind auch die Europäer mit ihrer Südsternwarte seit vielen Jahrzehnten in Chile präsent. "Da das Australia Telescope das einzige Teleskop dieser Art auf der Südhalbkugel ist, gibt es großes Interesse von Astronomen von anderen Kontinenten", sagte der zuständige Leiter Dr. Dave McConnell. "Pro Jahr erhalten wir über 80 Anträge auf Beobachtungszeit mit dem Teleskop. Und wir rechnen damit, dass es jetzt noch mehr werden."

Das erste astronomische Objekt, das mit Hilfe von zwei umgerüsteten Antennen beobachtet wurde, war ein Sternentstehungsgebiet in Sternbild Orion. "Die Photonen wurden alle zusammen vor rund 1500 Jahren in dieser stellaren Kinderstube  'geboren' und sind seitdem getrennt voneinander durchs All gereist", erläutert Dr. Warwick Wilson, Leiter der Elektronikgruppe des Teleskops. "Um detaillierte Informationen über die Quelle zu erhalten, müssen wir sie wieder zusammenbringen und die Verzögerung dabei muss geringer sein als ein Zehntel einer Mikrosekunde."

Diese Interferometrie genannte Technik ist besonders bei so kurzen Wellenlängen eine große technische Herausforderung - allerdings eine lohnende: Neben den dadurch angestoßenen technischen Entwicklungen sind die damit möglichen Beobachtungen für Astronomen von ganz besonderem Interesse: Je kleiner die Wellenlänge, desto mehr Details können die Wissenschaftler von den entfernten Objekten ausmachen. "Zudem sind Millimeter-Wellen besonders  geeignet um Moleküle im Weltraum zu entdecken," erläutert Professor Ray Norris, der für die Teleskoperweiterung zuständige Wissenschaftler. "Mit ihrer Hilfe kann man verfolgen, wie sich Galaxien mit der Zeit entwickeln, wie also beispielsweise dichte Gaswolken zu Sternen kollabieren. Und wenn man das beobachten kann, hoffen wir natürlich auch dort entstehende Planeten zu sehen."

Bis Ende 2002 sollen drei weitere Antennen mit den neuen Beobachtungsmöglichkeiten ausgerüstet werden, so dass Mitte 2003 der normale Millimeter-Beobachtungsbetrieb beginnen kann. Bis zur Fertigstellung des von der europäischen Südsternwarte und Amerika geplanten Radioteleskops ALMA in der chilenischen Wüste wird die australische Einrichtung das leistungsstärkste 3-Millimeter-Array auf der Welt sein. 

Links im WWW
Australia Telescope Compact Array
siehe auch
ALMA: Riesenteleskop in der Wüste - 16. Juni 1999
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