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HUBBLE HERITAGE PROJEKT
Die Wolke und der helle Stern
von Stefan Deiters
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7. Dezember 2000

Der Blick des Hubble-Heritage-Teams, das Monat für Monat eine eindrucksvolle Aufnahme des Weltraumteleskops für die allgemeine Öffentlichkeit aufbereitet, galt diesmal den Plejaden, einem offenen Sternhaufen, der auch noch mit bloßem Auge am Himmel zu sehen ist. Hubble untersuchte darin den Reflektionsnebel IC 349.  

IC 349
Hubble-Aufnahme des Nebels IC 349 in den Plejaden. Foto: NASA und das Hubble Heritage Team (STScI/AURA), George Herbig und Theodore Simon (Institute of Astronomy, University of Hawaii)
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Die Plejaden sind derzeit leicht am Himmel auszumachen und erinnern von der Gestalt her ein wenig an den großen oder kleinen Wagen. Im Sternbild Stier in einer Entfernung von 380 Lichtjahren gelegen, kann man mit bloßem Auge gerade einmal vielleicht sieben Sterne erkennen. Schon ein kleines Teleskop aber offenbart, dass der Sternhaufen in Wirklichkeit aus vielen Hundert Sternen besteht. Hubbel war nun an einem Nebel in diesem Sternhaufen interessiert.

Findet man Nebel in der Nähe von Sternhaufen deutet man diese oft als Überbleibsel des Materials, aus dem die Sterne des Haufen entstanden sind. Im Falle der Plejaden allerdings sieht es anders aus: Der Nebel ist eine vom Sternhaufen unabhängige Wolke, die sich mit einer relativen Geschwindigkeit von elf Kilometern pro Sekunde durch den Haufen bewegt. Der amerikanische Astronom Barnard entdeckte 1890 diesen außergewöhnlich hellen Nebel in der Nähe des hellen Plejadenstern Merope. Dieser Nebel mit der Katalognummer IC 349 wird daher auch Barnards Merope Nebel genannt und schimmert deswegen so stark, weil er äußerst dicht an Merope liegt - in nur der rund 3.500fachen Entfernung der Erde zur Sonne.

Auf dem hier gezeigten Bild des Hubble-Weltraumteleskops liegt der Stern Merope gerade außerhalb des Blickfeldes. Die farbenprächtigen Strahlen am oberen Rand des Bildes, die zum Stern hindeuten, sind ein Artefakt des Teleskops und nicht wirklich vorhanden. Keine Bildfehler allerdings sind die parallelen Strukturen im Nebel die von unten links nach oben rechts reichen. Sie wurden erstmals Dank des guten Auflösungsvermögens des Hubble-Weltraumteleskops beobachtet.

Ursache dieser Strukturen könnten, so vermuten die Wissenschaftler, die starke Strahlung von Merope sein, die einen sogenannten Strahlungsdruck erzeugt. Dieser könnte dafür sorgen, dass die kleinen Staubpartikel im Nebel stärker abgebremst werden als die größeren. Dieses könnte für das beobachtete Aussehen verantwortlich sein. Für die Wissenschaftler ist dieses Aufeinandertreffen einen Nebels und eines Sterns eine seltene Gelegenheit, die interstellare Materie unter sehr seltenen Bedingungen zu studieren und so mehr über den Staub zu erfahren, der zwischen den Sternen liegt.

Links im WWW
Original Fotos und Pressemitteilung des STScI
die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
Hubble Heritage Projekt
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