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KUIPER-GÜRTEL
Nummer 2 nach Pluto entdeckt?
von Stefan Deiters
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4. Dezember 2000

Nicht mit Hilfe einer ausgefeilten Software, sondern mit bloßem Auge entdeckte Robert McMillan vom Spacewatch Projekt ein neues Objekt im sogenannten Kuiper-Gürtel jenseits der Neptunbahn. Bei dem Kleinplaneten mit der Bezeichnung 2000 WR106 scheint es sich um das hellste bisher bekannte Objekt dieser Art nach Pluto zu handeln. 

2000 WR106
Eine der Aufnahmen mit deren Hilfe 2000 WR106 entdeckt wurde. Foto: Universität von Arizona/Spacewatch

Die Entdeckung gelang während Routinebeobachtungen am 28. November: Robert McMillan sah sich die Bilder an, die das 0,9-Meter Teleskop des Spacewatch-Projektes auf der Suche nach bisher unentdeckten Objekten unseres Sonnensystems machte. Dabei entdeckte er nicht viel mehr als einen kleinen Lichtpunkt, der sich langsam zu bewegen schien. Für die Software, die normalerweise sich bewegende   Objekte in Echtzeit herausfiltert, war die Bewegung schon zu langsam - 2000 WR106 wäre ohne den wachsamen Astronomen erst bei der anschließenden Auswertung der Aufnahmen durch ein anderes Computerprogramm entdeckt worden.

Auch ein Kollege vom McMillan, der den Astronomen am Teleskop ablöste, konnte das gerade entdeckte Objekt weiter beobachten, so dass bald zwölf Beobachtungen aus insgesamt drei Tagen vorhanden waren. Die Daten sandten die Wissenschaftler an das Minor Planet Center der Internationalen Astronomischen Union, die daraus einen vorläufigen Orbit von 2000 WR106 berechnete. Danach hat der Kleinplanet eine Entfernung von 43 Astronomischen Einheiten und ist damit 43 Mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Die beobachtete Helligkeit macht die Neuentdeckung zum hellsten unter den bisher bekannten Trans-Neptun-Objekten, nur Pluto selbst - oft auch als Trans-Neptun-Objekt gehandelt - ist heller.

Da die Helligkeit von Objekten im Sonnensystem nicht nur von ihrer Größe, sondern auch von ihrem Reflexionsvermögen abhängt, ist es nicht so leicht weitere Aussagen über die Größe von 2000 WR106 zu machen. Für den Fall, dass sich das Reflexionsvermögen im normalen Rahmen der anderen Kleinplaneten bewegt, sollte es sich aber um einen Objekt mit einem Durchmesser von etwa 500 bis 1000 Kilometern handeln. Durch die Aufnahme eines Spektrums von 2000 WR106 wird man bald hinter weitere Eigenschaften des Kleinplaneten kommen und damit auch seinen Durchmesser genauer bestimmen können.

Links im WWW

The Spacewatch Project, Infoseiten der Universität Arizona
IAU Minor Planet Center

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