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MOND
Was geschah vor 3,9 Milliarden Jahren?
von Stefan Deiters
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1. Dezember 2000

Vor rund 3,9 Milliarden Jahren dürfte unsere Erde ein recht ungemütlicher Ort gewesen sein: In einem heute erscheinenden Artikel im Wissenschaftsmagazin Science beschreiben amerikanische Wissenschaftler neue Beweise für die Theorie, dass Erde und Mond zu dieser Zeit einem gewaltigen Bombardement von Asteroiden ausgesetzt waren. Auf der Erde könnte dies Leben vernichtet oder aber es erst ermöglicht haben. 

Mond
Aufnahme des Mondes der Sonde Clementine. Unten auf dem Bild der Krater Tycho. Foto: NSSDC/NASA

Durch die Analyse von Meteoriten, die vom Mond stammen, konnten Wissenschaftler an der Universität von Arizona weitere Beweise für die Theorie sammeln, dass der Erdtrabant vor etwa 3,9 Milliarden Jahren einem intensiven Bombardement ausgesetzt war, das vermutlich 20 bis 200 Millionen Jahre andauerte. Ob es zu diesem Zeitpunkt schon Leben auf der Erde gab, ist unklar. Sicher hingegen ist, dass diese Katastrophe von globalem Ausmaß gehörigen Einfluss auf eventuelles Leben gehabt haben dürfte, es vernichtet hat oder aber durch die Bereitstellung von organischen Fragmenten erst die Grundlage für die Entstehung von Leben lieferte.

Aus Gesteinsproben, die in den 70er Jahren vom Mond zur Erde gebracht wurden, wussten die Wissenschaftler schon lange, dass der Erdmond vermutlich vor 3,9 Milliarden Jahren einem intensiven Beschuss ausgesetzt war. Dabei entstanden riesige Krater, Felsbrocken sind geschmolzen, die gesamte Oberfläche des Mondes wurde verändert. Eines blieb jedoch unklar: Da die Bodenproben vom Erdtrabanten nur aus einem bestimmten Bereich kamen, fehlten Beweise dafür, dass nicht nur eine Region, sondern der gesamte Mond in der Frühzeit diesem Bombardement ausgesetzt war.

Einen Hinweis darauf lieferte nun die Altersbestimmung von sogenannten Mondmeteoriten, also Gesteinsbrocken, die einmal vom Mond abgesprengt wurden und dann - nach einer langen Reise durch den Weltraum - auf der Erde gelandet sind. Die Analyse lieferte nicht nur Beweise für eine lunare Katastrophe vor 3,9 Milliarden, sondern auch für eine andere überraschende Tatsache: Für ein Bombardement vor dieser Zeit fanden die Forscher keine Hinweise. "Wenn wir uns die Modelle über das Sonnensystem ansehen, gibt es eigentlich keinen offensichtlichen Grund, warum vor etwa vier Milliarden Jahre der Mond plötzlich mit einer Unmenge von Objekten bombardiert wurde, aber nicht vor 4,2 Milliarden Jahren", meinte Timothy D. Swindle von der Universität von Arizona.

Noch dramatischer dürften allerdings die Auswirkungen für die Erde gewesen sein, die schon wegen ihrer Größe eine deutlich bessere Angriffsfläche geboten hat. Die Forscher glauben, dass die zehnfache Menge von Objekten die Erde getroffen hat. Und der Einschlag, der vor 65 Millionen Jahren für den Tod der Dinosaurier verantwortlich gemacht wurde, sei gegen die Brocken, die damals einschlugen, klein gewesen. Als Ursache für das Bombardement vor 3,9 Milliarden Jahren sehen die Planetenwissenschaftler eher Asteroiden als Kometen. 

Eine dürfte sich über die überraschenden Ergebnisse besonders freuen: Barbara Cohen, die die Altersuntersuchungen der Mondmeteoriten für ihre Doktorarbeit angefertigt hatte. "Als wir die Untersuchungen begannen, war unser Ziel, etwas zu finden, dass älter als 3,9 Milliarden Jahre ist. Wir waren schon sehr überrascht, dass sieben unterschiedliche Einschläge alle für die Zeit vor 3,9 Milliarden Jahren sprachen." 

Links im WWW

Impact Crater, Info-Seiten der Universität Arizona

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