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ULYSSES
Über dem Südpol der Sonne
von Stefan Deiters
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27. November 2000

Die Sonnensonde Ulysses der europäischen Weltraumagentur ESA schreibt heute Raumfahrtgeschichte: Als erste Sonde überhaupt überfliegt  sie zum zweiten Mal den Südpol der Sonne. Anlässlich des heutigen zweiten Überflugs dürften bei den ESA-Wissenschaftlern die Sektkorken knallen.

Ulysses
Die Sonnensonde Ulysses. Darstellung: ESA
Zum ersten Mal überflog Ulysses den Südpol unseres Zentralgestirns am 13. September 1994. Damals dürfte sich die Sonne deutlich anders präsentiert haben als zur Zeit, da 1994 die Aktivität der Sonne gerade bei einem Minimum angelangt war. Jetzt befindet sich die Sonne auf dem Maximum ihres elfjährigen Aktivitätsperiode - und genau das war das Ziel der Wissenschaftler: "Die Sonne ist der einzige Stern, den wir aus der Nähe studieren können," so Richard Marsden, Ulysses-Projektwissenschaftler bei der ESA. "Und daher müssen wir sie in allen Phasen studieren."

Durch den Vergleich der Daten von vor sechs Jahren mit den aktuellen Messungen hoffen die Forscher, den Geheimnissen der Sonne besser auf die Spur kommen zu können. Die Chancen dafür stehen offenbar nicht schlecht: "Bei dem jetzigen Überflug hat die Sonde nicht die schnellen solaren Windströme gemessen, die während des Minimums so typisch für diese Region waren," vergleicht Marsden die Daten. So konnte Ulysses vor sechs Jahren Windgeschwindigkeiten von bis zu 750 Kilometern pro Sekunde feststellen, jetzt erreichen sie gerade einmal 600 Kilometer pro Sekunde. "Wenn wir den Ursprung der Winde zurückverfolgen, bekommen wir ein besseres Bild über die Bedingungen in der Sonnenatmosphäre, die diese Winde möglich gemacht haben."

Die Sonne tat während des Besuchs von Ulysses ihr bestes, um sich von einer äußerst aktiven Seite zu zeigen: So stellte die Sonde SOHO Anfang November eine der stärksten Eruptionen von hochenergetischen Teilchen von der Sonne fest. Auch die Instrumente an Bord von Ulysses konnten diesen Ausbruch messen, obwohl die Sonde schon hoch über dem solaren Südpol war. Die zusätzlichen Daten dürften helfen, diese Ausbrüche besser erklären zu können.

Die Reise von Ulysses ist noch nicht vorüber: Im Oktober 2001 soll die Sonde noch einmal hohe nördliche Breiten unseres Zentralgestirns überfliegen. Bis dahin sollte sich die Sonne wieder beruhigt und ihr Magnetfeld die Polarität geändert haben. Was Ulysses dann zu sehen bekommt, kann niemand vorhersagen: "Was es auch immer sein wird, wird freuen uns darauf, es herauszufinden", so Marsden.   

Links im WWW
Ulysses, Projektseite der ESA
siehe auch
Ulysses: ESA will Mission verlängern - 15. Juni 2000
Kometen: Der lange Schweif von Hyakutake - 6. April 2000
AstroLinks: Sonne
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