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LA SILLA
Neuer Nachbar des Sonnensystems entdeckt
von Stefan Deiters
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22. November 2000

Ein internationale Team von Astronomen gab in dieser Woche die Entdeckung eines neuen "Nachbarn" unserer Sonne bekannt: Der Zwergstern mit dem poetischen Namen DENIS-P J104814.7-395606.1 liegt rund 13 Lichtjahre von der Erde entfernt und wurde dank des Deep Near-Infrared Surveys (DENIS) der Europäischen Südsternware in La Silla entdeckt.


Die DENIS-Aufnahme des neuen "Nachbarn" (in der Bildmitte). Foto: ESO/Institut für Astronomie der Universität Hawaii
Sterne in der Umgebung unserer Sonne sind für Astrophysiker äußerst wertvolle Objekte: Man kann sie wegen ihrer geringen Entfernung deutlich gründlicher untersuchen und oft noch Details erkennen, die bei weiter entfernt liegenden Exemplaren nicht mehr sichtbar sind. Daher sind Astronomen weltweit bemüht möglichst viele dieser Sterne zu finden, die quasi "in unserem eigenen Garten" liegen. 

Den jüngsten Erfolg bei diesen Bemühungen konnte ein internationales Astronomenteam dank des Deep Near-Infrared Surveys (DENIS) verbuchen. DENIS wird an einem speziellen 1-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) im chilenischen La Silla durchgeführt und soll eine Infrarotkarte des Südhimmels erstellen. Bei der Analyse von DENIS-Bildern entdeckten zwei Astronomen ein sehr rotes und relativ helles Objekt, bei dem es sich entweder um einen sehr nahegelegenen massearmen Stern oder aber um einen entfernten Roten Riesen handeln konnte. 

Um darüber Klarheit zu erhalten, kontaktierten die beiden Astronomen einen Kollegen, der Zugang zum weltgrößten Teleskop auf Hawaii - dem 10-Meter Keck I-Teleskop - hat und dort ein Spektrum des Objektes aufnehmen konnte. Es stellte sich heraus, dass der Stern eine Masse zwischen 60 und 90 Jupitermassen hatte und somit entweder ein sehr massereicher Brauner Zwerg oder aber ein extrem massearmer Stern sein konnte. Das Objekt erhielt inzwischen den Namen DENIS-P J104814.7-395606.1 - entsprechend den Richtlinien der Internationalen Astronomischen Union (IAU).

Wenn es sich jedoch um einen recht nahe an der Erde gelegenen Stern handelt, müsste man in Bezug auf weiter entfernte Sterne eine Bewegung des neuentdeckten Objektes ausmachen können. Tatsächlich konnte das Astronomenteam den Stern in verschiedenen Aufnahmen aus den letzten 30 Jahren wiederfinden und eine beträchtliche sogenannte "Eigenbewegung" feststellen. Daraus konnten sie eine grobe Entfernung von etwa 13 Lichtjahren bestimmen, was DENIS-P J104814.7-395606.1 einen Platz zwischen der zwölften und der 40. Stelle auf der Liste der sonnennächsten Sterne verschafft. 

Warum blieb ein naher Stern wie DENIS-P J104814.7-395606.1 so lange unentdeckt? Das liegt zum einen an seiner geringen Helligkeit, die etwa 10.000mal geringer ist als die, die nötig wäre, um den Stern gerade noch mit bloßem Auge auszumachen. Außerdem wurde der südliche Sternenhimmel bislang weitaus weniger systematisch nach solchen leuchtschwachen Sternen abgesucht als der Nordhimmel. Das DENIS-Projekt soll hier mit Abhilfe schaffen.  

Links im WWW
ESO, Europäische Südsternwarte
DENIS
, Seiten des Institut d'Astrophysique de Paris
Institute for Astronomy
der Universität von Hawaii.
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