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VERY LARGE TELESCOPE
Letzte Tests für VINCI
von Stefan Deiters
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16. November 2000

Schon der Bau der vier großen Teleskopeinheiten des Very Large Telescope (VLT) auf dem Gipfel des Paranal in Chile dürfte so manchen europäischen Astronomen mit Stolz erfüllen. Eine wohl noch größere Herausforderung ist das Zusammenschalten der Teleskope mit Hilfe des  VLT Interferometers, durch das einzigartige astronomische Bilder möglich werden sollen. Im optischen Labor der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Garching bei München laufen dafür die letzten Tests. 

Test von VINCI bei der ESO
Im optischen Labor des ESO Hauptquartiers in Garching werden die Einzelteile von VINCI getestet. Foto: ESO
Der spannendste Moment bei der Entwicklung eines neuen wissenschaftlichen Gerätes ist immer das sogenannte First Light, also der Moment, wo zum ersten Mal eine Beobachtung mit dem neuen Instrument versucht wird. Im Falle des VLT Interferometers, bei dem das First Light Anfang nächsten Jahres stattfinden soll, hat die ESO dafür extra ein eigenes Gerät entwickelt, das VLT Interferometer Commissioning Instrument (VINCI). Damit soll während umfangreicher Tests sichergestellt werden, dass die sehr anspruchsvolle Optik auch so funktioniert, wie die Wissenschaftler es sich vorstellen.

Mit Hilfe des VLT Interferometers kann man das Licht der Teleskope auf dem Gipfel des Paranals kombinieren und dadurch Bilder einer bislang unerreichten Auflösung erhalten. So erhoffen sich die Wissenschaftler mit Hilfe des Instrumentes unter anderem die direkte Entdeckung und Beobachtung extrasolarer Planeten von der Größe des Jupiter, das Aufspüren Brauner Zwerge, die detaillierte Beobachtung von Sternentstehungsgebieten sowie die Entdeckung von Schwarzen Löchern im Zentrum aktiver Galaxien.

Die vier großen 8,2 Meter Teleskopeinheiten des VLT sind mittlerweile alle in Betrieb. Bald sollen noch drei weitere auf Schienen bewegliche 1,8 Meter Teleskope hinzukommen. Das Licht von zwei oder mehreren dieser Teleskope wird dann in das zentrale Interferometrie-Labor gelenkt, wo die wissenschaftlichen Instrumente untergebracht sind und für die Testphase erst einmal VINCI eingesetzt wird. 

Die Technik von VINCI basiert auf einem bewährten in Paris entwickelten Gerät, mit dem 1991 in den USA erstmals das Licht zweier unabhängiger Teleskopeinheiten mittels einer Glasfaserverbindung zusammengeschaltet wurden. Für das VLT wurde diese Technik weiterentwickelt und wird zur Zeit gerade in den Laboratorien der ESO in Garching getestet. Anfang nächsten Jahres soll VINCI nach Chile transportiert werden und Ende März die ersten Bilder machen.

Das Herz von VINCI haben die Astronomen MONA getauft. Hier wird das Licht der einzelnen Teleskope kombiniert. Es ist Ergebnis einer insgesamt zehnjährigen Entwicklungsarbeit. Die dazu verwendeten Glasfasern mussten dabei besondere Eigenschaften aufweisen: Da das Instrument im nahen Infrarotbereich des Spektrums arbeiten soll, musste das verwendete Glas in diesem Bereich auch lichtdurchlässig sein. Die ESO verwendet daher eine ganz spezielle Glasfaser, die nur von einer französischen Firma hergestellt wird, die in einem wissenschaftlich-industriellen Austauschprogramm schon seit Jahren an der Entwicklung von MONA beteiligt ist. 

Links im WWW
ESO, Europäische Südsternwarte
siehe auch
VLT: Fortschritte im Untergrund - 12. Oktober 2000
VLT: Geschafft: First Light für viertes VLT-Teleskop
- 5. September 2000
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